Kanton erhebt künftig die Steuern für die Basler Reformierten

Weil Basel-Stadt seine Steuersoftware künftig den anderen Kantonen anpasst, musste die Landeskirche ihre Steuerordnung anpassen.


In Basel-Stadt wird ab Januar 2019 der Kanton die Steuern für die reformierte Landeskirche einziehen. Das Kirchenparlament der reformierten Kirche Basel-Stadt hat entsprechend eine Änderung der Steuerordnung einstimmig angenommen, wie die Kirche am 28. November mitteilt.

Die Änderung war nötig, weil zuvor der Basler Grosse Rat das Steuergesetz angepasst hatte. Bisher informierte der Kanton bloss die anerkannten Religionsgemeinschaften über den steuerbaren Lohn ihrer Mitglieder.

Da der Kanton nun jedoch seine Steuersoftware den übrigen Deutschschweizer Kantonen angleicht, ist es ihm technisch nicht mehr möglich, die öffentlich-rechtlichen Gemeinschaften zu informieren. In Basel-Stadt sind die reformierte, die katholische und die christkatholische Kirche sowie die Israelitische Gemeinde anerkannt.

Eigene Software zu riskant

Damit stand die Landeskirche vor der Wahl, den Kanton die Steuern erheben zu lassen oder eine eigene Software zu entwickeln. Eine neue Software würde die reformierte Kirche gemäss Kirchenbote rund 400’000 Franken kosten. Die Kosten wären womöglich noch viel höher ausgefallen, sagt der Sprecher Matthias Zehnder auf Anfrage von ref.ch. Für die Erhebung der Kirchensteuern durch den Kanton hat die Kirche für das nächste Jahr 230’000 Franken budgetiert.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei jedoch das Risiko gewesen, welches die Kirche als alleiniger Kunde für eine eigene Software hätte eingehen müssen. Bei Problemen wäre der Support zu umständlich. Die Reformierten entschieden sich, dem Kanton den Auftrag zu erteilen.

Neue Kirche für Bettingen

An seiner Sitzung hat das Kirchenparlament ausserdem das Budget 2019 und den Finanzplan 2020 bis 2023 genehmigt. Ausserdem wurde ein Beitrag von 400’000 Franken für die Kirchgemeinde Bettingen gesprochen.

Die Kirchgemeinde erhalte das Geld für eine neue Kirche unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde Bettingen den Neubau ebenfalls unterstützt. Ausserdem müssten die übrigen Kosten durch Spenden gedeckt sein. Es seien zwar bereits über zwei Millionen Franken gespendet worden, aber dies reiche noch nicht ganz für den Neubau. (pd)