Kanadische Bibel-Camps im Clinch mit Menschenrechten

Bibel-Camps in Kanada wollen sich nicht explizit zum Recht der Frau auf Abtreibung bekennen. Selbst wenn das bedeutet, dass sie auf öffentliche Gelder verzichten müssen.


In Kanada können sich Unternehmen und Organisationen, die über die Sommermonate Ferienjobs für Schüler und Studenten schaffen, finanzielle Unterstützung von der Regierung beantragen. Die Regierung spricht mit dem Bewerbungsprozess auch religiöse Organisationen an.

Bisher haben entsprechend auch religiöse Sommerlager, sogenannte Bibel-Camps, diese Gelder beansprucht. Doch nun seien die Bewerbungsbedingungen angepasst worden, schreibt die Canadian Broadcasting Corporation am 12. Januar.  Neu müssten die Arbeitgeber unter anderem explizit  individuelle Menschenrechte und das Bekenntnis der kanadischen Regierung zu den Menschenrechten unterstützen. Das beinhaltet auch das Recht der Frauen auf Abtreibung.

Kein Bekenntnis zum Recht auf Abtreibung

Diese neuen Bedingungen sind laut CBC für manche Bibel-Camps problematisch. Das Alberta Bible Camp, das für sechs Stellen 40‘000 Dollar beantragt, werde sich zwar bewerben – allerdings ohne explizites Bekenntnis zum Recht auf Abtreibung. Im Notfall würden sie sich private Gönner suchen. Andere Camps seien noch nicht sicher, ob sie sich überhaupt bewerben wollen. Sie betonen laut CBC aber, dass das Thema Abtreibung ohnehin kein Bestandteil der Camp-Programme sei.

Die Regierung ermutigt ihrerseits weiterhin, dass auch religiöse Organisationen ihre Anträge einreichen. Die Antragsfrist dauert noch bis 2. Februar. Das zuständige Büro sagte gegenüber CBC, dass sie nur jene Organisationen nicht berücksichtigen würden, die das Recht auf Abtreibung verneinen und Menschenrechte verletzen. (pd)