Kirchliche Jugendverbände wehren sich gegen Kürzung der «J+S»-Gelder

Die Ankündigung des Bundesamtes für Sport (Baspo), die «Jugend + Sport»-Beiträge markant zu kürzen, stösst bei den Kinder- und Jugendverbänden auf Ablehnung. Die Kürzungsentscheide sollen per sofort aufgehoben werden, lautet die Forderung an den Bundesrat und das Baspo. Die Dringlichkeit sei nötig, da die Kürzungen bereits ab 1. August gelten - und somit bereits geplante Sommerlager in Gefahr sind.

Jugendliche sitzen ums Lagerfeuer
Gehört zu jedem Lager - ist aber durch die «Jugend + Sport»-Kürzungen in Gefahr: die Gemeinschaft am Lagerfeuer. (Bild: Andreas H_CC BY-NC-ND 2.0)

Das Baspo hat am 10. März 2015 öffentlich über Kürzungen der «Jugend + Sport»-Beiträge informiert. Die Kinder- und Jugendverbände Cevi, BESJ (Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen), JEMK (Jungschar der evangelisch-methodistischen Kirche), Jubla (Jungwacht Blauring Schweiz), die Pfadibewegung Schweiz sowie die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände reagieren nun gemeinsam in einer Stellungnahme auf diese Information – und diese fällt heftig aus.

Planungssicherheit in Gefahr

Zusammengerechnet seien rund 300 Lager mit über 9‘300 Kindern direkt betroffen, heisst es in der Medienmitteilung vom 9. April. Die Planung für die diesjährigen Lager sei schon sehr weit vorangeschritten, die entsprechenden Budgets erstellt. Für all jene, deren Lagerangebote über den 31. Juli 2015 hinauslaufen, bedeuteten die Kürzungen den Verlust der Planungssicherheit – mit den Kürzungen startet das Baspo am 1. August. Es sei unverständlich und absolut inakzeptabel, dass die Beiträge so kurzfristig und so einschneidend um rund 25 Prozent reduziert würden. Die Verbände seien innerhalb eines laufenden Angebotsjahres vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

15 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit

Wie die Verantwortlichen in der Mitteilung schreiben, leisten die Kinder- und Jugendverbände mit ihren Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zur physischen, psychischen und sozialen Entwicklung der Heranwachsenden. Die Lager und Aktivitäten würden unentgeltlich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen organisiert und geleitet, die dafür jährlich über 15 Millionen Stunden ihrer Freizeit investierten. Ohne die finanziellen und materiellen Leistungen des Bundes seien die Lager in dieser Form in der heutigen Zeit nicht durchführbar. Die Verbände fordern vom Bundesrat und dem Baspo, die Kürzungsentscheide per sofort aufzuheben, die Planungssicherheit wieder herzustellen und längerfristig mindestens die bisherigen finanziellen und materiellen Leistungen zu garantieren.