Kirchenbund kritisiert «Jugend und Sport»-Entscheid des Bundesrates

Geht es nach dem Willen des Bundesrates sollen kirchliche Jugendorganisationen nur noch beschränkt Zugang zu staatlich geförderten Programmen von «Jugend- und Sport» (J+S) erhalten. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund kritisiert die Pauschalisierung.

Ab Januar 2018 sollen zehn christliche Jugendverbände keine Jugend- und Sport-Gelder mehr erhalten, darunter auch die Jungscharen der Methodisten. Blick ins Sommerlager in Walliswil vom letzten Jahr. (Bild: zVg/EMK Schweiz)

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) weist die pauschale Auffassung zurück, dass stark religiöse Jugendorganisationen eine Gefahr für die Entwicklung der Jugendlichen darstellen. Er fordert, Jugendorganisationen nur dann von J+S-Angeboten auszuschliessen, «wenn sie in einem Ausmass missionarisch wirken, dass Jugendliche in ihrer Entwicklung konkret gefährdet sind».

Jugendliche lassen sich nicht derart einfach zu Objekten der Missionierung machen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Wer mit Jugendlichen zu tun habe, müsse selten befürchten, dass diese völlig kritiklos religiösen oder auch anderen Überzeugungen verfallen.

Verletzung der Religionsfreiheit

«Der christliche Glaube ist Garant, nicht Gefahr für die Mündigkeit», wird Kirchenbundspräsident Gottfried Locher in der Mitteilung zitiert. Jedes Kind, jeder Jugendliche stelle religiöse Fragen. «Sie sind unabdingbar für eine aufgeklärte Entfaltung und Entwicklung.»

Wenn Jugendliche, die sich zum Glauben bekennen, von J+S-Angeboten ausgeschlossen werden, werden auch sie in ihrer Religionsfreiheit verletzt, schreibt der Kirchenbund in seiner Antwort zur Vernehmlassung. Der Staat, der Finanzen nach religiöser oder weltanschaulicher Überzeugung verteile, ergreife in unzulässiger Weise Partei.

Zur Vernehmlassungsantwort des Kirchenbundes