Josef Schuster an Spitze des Zentralrats der Juden bestätigt
Bei der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden ist am Sonntag in Frankfurt am Main ein neues Präsidium gewählt worden. An der Spitze des Gremiums wurde Josef Schuster als Präsident bestätigt. Der 68-jährige Mediziner bleibt weitere vier Jahre im Amt, wie die jüdische Dachorganisation mitteilte. Der Würzburger steht seit 2014 an der Spitze des Zentralrats.
«In meiner dritten Amtszeit als Präsident möchte ich die positiven Elemente des Judentums in Deutschland stärker in den Vordergrund stellen», sagte Schuster. Der Zentralrat wolle «nicht immer nur moralischer Mahner sein, sondern Antworten auf die gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit finden und damit auch Begegnungen schaffen und Vorurteile abbauen». Im Zentrum dieses Bemühens stehe die Eröffnung der Jüdischen Akademie des Zentralrats in Frankfurt am Main, die für das Frühjahr 2024 geplant sei.
Schuster wurde im israelischen Haifa geboren. Seine Familie hat jahrhundertealte Wurzeln in Unterfranken. Sein Vater David stammt aus Bad Brückenau. 1938 zwangen die Nationalsozialisten die Familie dazu, Deutschland zu verlassen, 1956 kehrten sie zurück nach Würzburg. In den 60er-Jahren war David Schuster treibende Kraft für den Neubau der 1970 eingeweihten Würzburger Synagoge. (epd/no)