Israel

Ultraorthodoxe greifen Polizisten in Jerusalem an

Hunderte Strenggläubige haben in Jerusalem Polizisten mit Eiern und Steinen beworfen. Hintergrund ist der Streit um die Wehrpflicht.

Bei Protesten von Ultraorthodoxen in Jerusalem sind laut Polizeiangaben 13 Polizisten leicht verletzt worden. Die Randalierer versuchten demnach, einen Festgenommenen zu befreien. Dieser soll zuvor einen Kontrolleur getreten und mit dem Tod bedroht haben, nachdem er Tickets wegen Falschparkens ausgestellt hatte.

Die Polizei teilte mit, es habe eine Falschmeldung gegeben, dass Personen festgenommen worden seien, die den Wehrdienst verweigert hätten. Daraufhin hätten sich Hunderte Randalierer versammelt. Die Einsatzkräfte hätten unter anderem Blendgranaten und Schlagstöcke gegen sie eingesetzt. Vier Personen seien festgenommen worden. Die Suche nach weiteren Beteiligten laufe, teilte die Polizei weiter mit.

Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahmeregelung lief jedoch im vergangenen Jahr aus. Der israelischen Regierung gelang es nicht, ein neues Gesetz zu verabschieden, um diesen Sonderstatus für die Ultraorthodoxen zu zementieren. Seitdem gibt es immer wieder grosse Proteste streng religiöser Juden gegen ihre Rekrutierung. (sda/ dpa/ no)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema