Islamwissenschaftlerin ist höchste Schweizerin
Irène Kälin ist mit 151 Stimmen zur neuen Nationalratspräsidentin gewählt worden. Die Grünen-Nationalrätin wird eine der jüngsten Nationalratspräsidentinnen der Geschichte sein. Kälin ist Islamwissenschaftlerin und hat einen Master in Religionskulturen. Sie setzt sich ein für eine menschliche Asyl- und Sozialpolitik, für Klimaschutz, für starke Rechte von Arbeitnehmenden sowie für mehr Krippenplätze.
Der politische Aufstieg der in Lenzburg aufgewachsenen Politikerin verlief zwar schnell – aber nicht wie am Schnürchen. Ab 2014 gehörte sie dem Kantonsparlament an; zuletzt war sie Fraktionspräsidentin. Bei den eidgenössischen Wahlen 2015 kandidierte sie dann auf dem Spitzenplatz der Grünen Liste und gleichzeitig trat sie zur Ständeratswahl an. Der Wahltag endete ohne Erfolg.
«Vereinbarkeit» im Zentrum
Im November 2017 kam Kälin im Nationalrat an. Sie ersetzte Jonas Fricker, der zurücktrat. Die Wiederwahl von Kälin im Oktober 2019 war reine Formsache.
Als höchste Schweizerin will Kälin das Thema «Vereinbarkeit» ins Zentrum stellen. «Es ist mir ein grosses Anliegen, die Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensrealitäten und Perspektiven zu fördern», betont sie. (sda/bat)