Krieg im Nahen Osten

Mehr als 6000 Festnahmen im Iran seit Kriegsbeginn

Amnesty International weist auf die Lage der iranischen Bevölkerung hin. Seit drei Monaten ist das Internet gesperrt und Kommunikation kaum möglich. Tausende sind verhaftet worden und dutzende Todesurteile wurden vollstreckt.

Im Iran sind seit Kriegsbeginn vor drei Monaten Menschenrechtlern zufolge mehr als 6000 Menschen festgenommen worden. Unter den Inhaftierten seien auch Demonstrantinnen, Medienschaffende, Anwälte, Dissidentinnen und Angehörige ethnischer Minderheiten, hiess es in einem Bericht von Amnesty International. Im selben Zeitraum seien ausserdem 39 «politische» Todesurteile vollstreckt worden.

«Um ihre Macht zu sichern, haben die Behörden einen umfassenden Angriff auf die Menschen im Iran gestartet und gehen gegen jeden vor, der es wagt, die Islamische Republik zu kritisieren», sagte Amnesty-Expertin Erika Guevara Rosas laut der Mitteilung. Ohnehin leide die Bevölkerung unter den «verheerenden Folgen der rechtswidrigen Luftangriffe durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte», sagte sie.

Amnesty kritisierte auch die nahezu totale Internetsperre, die Irans Bevölkerung fast drei Monate vom weltweiten Netz abgeschnitten hatte. Diese Woche wurde sie erstmals teilweise wieder aufgehoben. «Die Internetsperre war ein zentraler Pfeiler der Repressionsstrategie der Behörden und schuf die Voraussetzungen dafür, dass weitreichende Verstösse gegen das Völkerrecht ungestraft begangen werden konnten», hiess es in dem Bericht. (sda/ dst)

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