Extremismus

Interreligiöse Vereine verurteilen Angriff auf muslimische Familie

Der Schweizerische Rat der Religionen und die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft «Iras Cotis» haben auf eine Messerattacke in Bad Ragaz reagiert. Dabei handelte es sich mutmasslich um eine antimuslimisch motivierte Tat.

Wenige Wochen nach dem Angriff eines radikalisierten Jugendlichen auf einen jüdischen Mann in Zürich ist es am 20. März zu einer weiteren Messerattacke in Bad Ragaz gekommen – Opfer war dieses Mal eine Schweizer Familie mit libanesischen Wurzeln. Sowohl der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) als auch die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft «Iras Cotis» zeigen sich in je einer Medienmitteilung bestürzt über das Ereignis.

Beide Organisationen drücken den Opfern der Tat ihr Mitgefühl aus. Religiöse Gewalt sei inakzeptabel, schreibt der SCR. Er ruft stattdessen zu religiöser Toleranz und Solidarität auf. «Iras Cotis» spricht von einem zunehmend vergifteten Klima in der Schweiz, betont jedoch, dass viele Muslime, Juden und Christen auch unter diesen widrigen Umständen aufeinander zugingen.

Bei der Tat in Bad Ragaz wurden ein Vater und sein 18-jähriger Sohn von einem 30-jährigen Nachbarn mit einem Messer und einer Machete angegriffen. Der Vater wurde dabei lebensbedrohlich verletzt. Der Zeitung «Südostschweiz» sagte der Sohn, dass der Täter sie zunächst nach ihrer Herkunft und Religion gefragt habe. Die Kantonspolizei St. Gallen wollte sich bisher noch nicht zum Motiv äussern, die Ermittlungen würden noch laufen. (pef)