Indiens Premier legt Grundstein für Tempel

Indiens Premier Narendra Modi hat den silbernen Grundstein eines Tempels gelegt – an einem Ort, wo einst eine Moschee stand. Es ist ein Triumph für die hindunationalistische Führung des Landes.


Der Ort, wo der Tempel entstehen soll, hat schon lange zu Konflikten zwischen Hindus und Muslimen geführt. Für Hindus ist es der Geburtsort des wichtigen Hindu-Gottes Ram und einige glauben, dass dort vor Jahrhunderten mal ein Tempel stand, den Muslime zerstört hatten.

Für Muslime ist es ein Ort, wo einst eine jahrhundertealte Moschee stand, die Hindu-Fanatiker vor knapp 30 Jahren zerstört hatten. Bei den damals folgenden Unruhen kamen rund 2000 Menschen ums Leben. Nach langem Rechtsstreit hatte das höchste Gericht der grössten Demokratie der Welt den Tempelbau in der nordindischen Stadt Ayodhya schliesslich Ende des vergangenen Jahres erlaubt. Muslime erhielten ein anderes Stück Land für eine neue Moschee.

Tempel kostet 34 Millionen Euro

Premier Modis hindunationalistische Partei hatte den Bau des Tempels in Ayodhya schon seit den 1980ern Jahren versprochen. Modi sagte, dass Gott Ram jahrelang in einem Zelt leben musste. Jetzt könne er in einem grossartigen Tempel leben, den seine Anhänger für ihn bauten. Er soll geschätzte drei Milliarden Rupien (knapp 34 Millionen Euro) kosten und zu den Wahlen 2024 fertig sein.

Der neue Tempel und die Teilautonomieaberkennung in Kaschmir sind zwei Dinge, die bei etlichen Beobachtern Ängste schüren, dass sich Indien zunehmend von säkularer Demokratie, die Minderheitenrechte schützt, wegbewegt und Religion und Mehrheitspolitik wichtiger werden. (sda/bat)