Impfung gegen Cholera für mehr als zwei Millionen Menschen

Die bislang grösste Impfkampagne gegen Cholera soll nach UN-Angaben mehr als zwei Millionen Menschen in Afrika schützen. Eingesetzt wird der Impfstoff in Nigeria, Malawi, Uganda, Sambia und im Südsudan.


Nach gehäuften Ausbrüchen der Cholera sei die lebensrettende Kampagne in fünf afrikanischen Ländern nötig, erklärte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus. Deshalb sollen zwei Millionen Menschen geimpft werden.

Bis Mitte Juni würden Experten der nationalen Gesundheitsministerien die Schluckimpfungen in Nigeria, Malawi, Uganda, Sambia und im Südsudan verteilen. Die internationale Impfstoff-Allianz Gavi werde die Kampagnen finanzieren, sagte Ghebreyesus am 7. Mai in Genf. Der WHO-Chef betonte, dass die Menschen in den betroffenen Ländern auch sauberes Wasser, funktionierende sanitäre Einrichtungen und Behandlungszentren bräuchten.

Eine Million Cholera-Kranke im Jemen

Die WHO wies auf stark ausgeweitete Impfkampagnen gegen die Cholera seit vergangenem Jahr hin. 2017 seien weltweit fast elf Millionen Dosen verabreicht worden. In den ersten vier Monaten 2018 hätten Gesundheitsbehörden schon 15 Millionen Dosen genehmigt.

Unter dem schlimmsten Ausbruch der hochinfektiösen Durchfallerkrankung weltweit leiden die Menschen im Jemen. Seit April 2017 wurden in dem Bürgerkriegsland auf der arabischen Halbinsel über eine Million Cholera-Kranke gemeldet, knapp 2’300 Menschen starben. Die Gewalt, Kompetenzstreitigkeiten und eine Blockade der Verbindungen in das Land verhinderten bislang einen effektiven Kampf gegen die Cholera.

Die Cholera wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen und breitet sich bei schlechten hygienischen Verhältnissen schnell aus. Besonders gefährlich ist die Infektion für Kinder, alte und kranke Menschen. Die Gavi-Allianz mit Sitz in Genf konzentriert sich auf die Bereitstellung von Impfschutz in armen Ländern. Zu den Geldgebern des Programms gehören internationale Organisationen, Stiftungen und Regierungen wie die Bundesregierung. (epd/bat)