Hunderttausende demonstrieren für Klimaschutz
In Deutschland haben nach Angaben der Bewegung Fridays for Future mehr als 220'000 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. «Wir waren heute mit Verbänden, Kirchen und der Gewerkschaft Verdi in der gesamten Republik in mehr als 250 Orten auf den Strassen», sagte eine Sprecherin.
In der Schweiz fanden am Freitagabend Kundgebungen in acht Städten statt: Zürich, Bern, Lausanne, Aarau, St. Gallen, Luzern, Neuchâtel und Sion. Gemäss den Organisatoren demonstrierten total rund 8500 Personen gegen den Aussbau fossiler Infrastrukturen. Mit den Kraftwerken in Birr (AG), Cornaux (NE) und Monthey (VS) verschärfe der Bund die Klimakrise massiv, kritisierte Klimastreik Schweiz in einer Mitteilung. Die verzögerte Förderung von erneuerbaren Energien werde nun mit fossilen Energieträgern ausgeglichen. «Heute haben wir deutlich gezeigt, dass die Bevölkerung nicht noch mehr fossile Zerstörung will», so Ella Frei vom Klimastreik Zentralschweiz.
Auch in italienischen Städten wurde für mehr Klimaschutz demonstriert. Unter anderem in der Hauptstadt Rom und in Mailand folgten am Freitag viele Jugendliche und Erwachsene dem Aufruf von Fridays for Future. Den Demonstranten gehen die derzeitigen Anstrengungen gegen den Klimawandel nicht weit genug.
In Turin färbten Anhänger der Gruppe Extinction Rebellion das Wasser eines Brunnens im Zentrum der Stadt mit Rote-Beete-Pulver zum Protest blutrot, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Zudem wurden tote Fische vor ein Regierungsgebäude gelegt.
«Wir sind zutiefst besorgt über die Untätigkeit der derzeitigen Regierung, was den Klimaschutz angeht», sagte ein Sprecher der italienischen Grünen am Rande der Klima-Demonstration in Rom. Die rechte Regierung von Giorgia Meloni versuche Italien zu einer «europäischen Gasdrehscheibe» und das Land abhängig von fossilen Brennstoffen zu machen, sagte er weiter.
Auf internationaler Ebene ist eine Kernforderung an die Politik, weltweit die Finanzierung aller Öl- und Gasprojekte zu stoppen. Damit soll die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden.
Schon jetzt hat sich die Erde um etwa 1,1 Grad aufgeheizt. In der Schweiz betrug die Erwärmung in den letzten zehn Jahren geschätzt gar 2,5 Grad. Die fatalen Folgen der globalen Erwärmung sind, je nach Region, häufigere und heftigere Stürme, Dürren, Überflutungen und Hitzewellen. (sda/pef/eba)