Zurich Pride

Homophobe wollten Gottesdienst stürmen

Eine Gruppe vermummter Männer hat versucht an der Zurich Pride einen Gottesdienst zu stören. Nach wie vor seien queere Menschen in der Gesellschaft nicht voll akzeptiert, sagt Regenbogen-Pfarrerin Priscilla Schwendimann.

Tausende von Menschen sind am Wochenende in Zürich für die Rechte von Trans-Personen auf die Strasse gegangen. Zum Abschluss der Zurich Pride fand am Sonntagnachmittag ein queerer Gottesdienst in der katholischen St. Peter und Paul-Kirche statt. Wenige Minuten nach Beginn versuchte jedoch eine Gruppe weiss vermummter Männer den ökumenischen Anlass zu stören, wie die Organisatoren am 19. Juni mitteilten.

Demnach näherten sich die Männer mit einem weissen Holzkreuz mit Betonboden der Kirche und filmten sich dabei. Womöglich Schlimmeres verhindert hat indes ein Volunteer an der Eingangstür. Laut den Organisatoren habe sich der Mann gegen die Eindringlinge gestemmt und die Vermummten schliesslich in die Flucht getrieben.

Bestürzt über den Vorfall zeigt sich LGBTIQ*-Pfarrerin Priscilla Schwendimann, die beim Gottesdienst vor Ort war. Sie ist dankbar für das beherzte Eingreifen des Volunteers. «Dadurch wurde Schlimmeres verhindert», sagt Schwendimann.

Der Vorfall zeige aber, dass queere Menschen immer noch nicht vollumfänglich in der Gesellschaft akzeptiert seien. Nach wie vor gebe es Hate Crime gegen diese Menschen. Umso wichtiger sei es, dass die Kirche beim Thema LGBTIQ* weiterhin Farbe bekenne. «Als Pfarrpersonen und Gläubige können wir nur immer wieder betonen: Gott liebt alle. Dieses Ja Gottes zu allen Menschen bleibt, egal was andere tun oder sagen.»

Informationen der Organisatoren zufolge wurde bei der Polizei Anzeige erstattet. Der Vorfall wird überdies der LGBT-Hotline gemeldet, um ihn als Hate Crime zu erfassen. (no)