Holocaust-Überlebender Eduard Kornfeld gestorben

Als 15-Jähriger wurde er nach Auschwitz verschleppt, nach der Befreiung gab er den Millionen Opfern des Holocaust eine Stimme: Nun ist Eduard Kornfeld im Alter von 91 Jahren gestorben.


Als Holocaust-Überlebender habe Kornfeld vor allem mit seinem Mut und seiner Lebenskraft viele junge und alte Menschen inspiriert, heisst es in der Todesanzeige der Familie. Eduard Kornfeld ist am 8. September im Alter von 91 Jahren in Zürich gestorben.

In öffentlichen Auftritten an Schulen, Universitäten und Gedenkveranstaltungen habe Kornfeld eindrücklich über den Holocaust aufgeklärt, vor Rassismus und Ausgrenzung gewarnt und sich für Toleranz stark gemacht, schreibt die Stiftung Gamaraal, die bedürftige Holocaust-Überlebende unterstützt und sich für die nachhaltige Förderung von Bildung zum Holocaust einsetzt.

Zeuge des systematischen Mordens

Kornfeld wurde 1929 in der Nähe von Bratislava geboren. Mit 15 Jahren wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt, schreibt die Stiftung. Kornfeld sei dort während knapp eines Jahres Zeuge des systematischen Mordens und Opfer von tagtäglichen Grausamkeiten geworden. Anschliessend war er im Konzentrationslager Dachau, wo er 1945 von den amerikanischen Truppen befreit wurde.

1949 kam Kornfeld in die Schweiz. Später machte er in Zürich eine Lehre als Juwelenfasser und gründete eine Familie. Er hinterlässt seine Frau, zwei Söhne, eine Tochter und sieben Enkelkinder. (sda/no)