Hilfsorganisation warnt vor Millionen von Corona-Toten in der Dritten Welt

Bereits jetzt sind die Gesundheitssysteme der afrikanischen und südasiatischen Entwicklungsländer überlastet. Eine Ausbreitung des Coronavirus könnte dramatische Folgen haben, warnt die Hilfsorganisation «Save the Children».


Die Ausbreitung von Covid-19 könne in Afrika und Südasien zu Millionen Toten führen, teilte die Organisation am 28. März in London mit. Sie forderte die internationale Gemeinschaft auf, schnell zu handeln, um die Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern, die bereits heute überlastet seien, zu stützen.

«Eine Verzögerung von Präventionsmassnahmen und Tests führt nicht nur zu weiteren Corona-Toten, sondern erhöht auch das Risiko, an ganz gewöhnlichen Krankheiten zu sterben», sagte die Vorstandsvorsitzende von «Save the Children Deutschland», Susanna Krüger.

Drei Millionen Leben gefährdet

Die Hilfsorganisation geht davon aus, dass durch schnelles Handeln und eine Eindämmung der Krise etwa drei Millionen Menschenleben in Südasien und Afrika südlich der Sahara gerettet werden können. «Save the Children» forderte unter anderem einen internationalen Plan, um Hilfsgelder und -lieferungen zu koordinieren.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge stieg die Zahl der Corona-Infektionen in Afrika in den vergangenen Tagen stark an. 3900 Infektionen in 46 Ländern wurden laut Afrikanischer Union bis Samstag gemeldet, 117 Menschen starben. Täglich kämen etwa 300 Fälle hinzu, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti.

Afrika nimmt Kampf gegen Corona auf

Mehrere afrikanische Länder haben Vorkehrungen getroffen und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Südafrika und Kenia beispielsweise haben landesweite Ausgangssperren verhängt, in Simbabwe gilt ab Montag ein Ausgangsverbot.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte erklärt, die Infektionskrankheit sei eine Bedrohung für die gesamte Menschheit. Insgesamt seien mehr als zwei Milliarden US-Dollar zur Eindämmung des Coronavirus in 51 Ländern in Südamerika, Afrika, Asien und dem Nahen Osten nötig. (epd/no)