Haus der Religionen hat finanzielle Probleme

Im letzten Jahr hat das Berner Haus der Religionen rote Zahlen geschrieben. Dabei werden die Angebote des Hauses sehr gut genutzt. Die Geschäftsführerin zeigt auf, wie das Haus mehr Geld auftreiben will.


Das Haus der Religionen sei sehr gut ausgelastet, sagt Geschäftsführerin Karin Mykytjuk gegenüber ref.ch. Man könnte sogar noch mehr Leute anstellen, so gross sei manchmal der Andrang. Doch es fehlt das Geld, berichtet das Regionaljournal Bern von Radio SRF. Im letzten Jahr kam es laut Karin Mykytjuk zu einem «grossen Defizit». Die Ansprüche von aussen an das Haus würden einfach schneller wachsen als die Finanzquellen, so die Begründung.

Anschubfinanzierungen laufen aus

Mykytjuk erwähnt als Beispiel Weiterbildungen zum Umgang mit kultureller und religiöser Diversität, die dank eines Beitrags des Staatssekretariats für Migration SEM initiiert werden konnten. Die Weiterbildungen seien jetzt etabliert, doch die Gelder dafür fliessen nur noch bis Ende Jahr. «Der Anfang konnte dank vielen Unterstützer gelingen. Aber die Anschubfinanzierungen laufen nun aus und mit den vielen Projekten sind die Kosten einfach höher als zu Anfangszeiten», erklärt die Geschäftsführerin des Hauses.

Sie gibt zu, dass man sich etwas zu wenig um die Beschaffung von Geldern gekümmert habe. «Wir hatten einfach fast keine Zeit dafür, weil immer so viel läuft und wir so schnell gewachsen sind.» Doch da soll jetzt mehr geschehen. So sollen die Preise für gewisse Angebote angepasst werden. Doch kostendeckend könne man etwa Workshops nicht anbieten: «Dann könnten sich das nicht mehr alle leisten, wir wollen aber für alle erschwinglich sein», sagt Karin Mykytjuk. Deshalb würden auch Stiftungen und die öffentliche Hand angefragt.

«Wir leisten wichtige Arbeit»

Denn Karin Mykytjuk ist überzeugt, dass die Arbeit des Hauses wichtig sei. «Hier begegnen sich Religionen und Kulturen konkret, nicht nur theoretisch.» Das fördere den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Abbau von Vorurteilen.

Sparen sei im Haus der Religionen eher schwierig, sagt die Geschäftsführerin. Denn man kalkuliere schon sehr knapp, die grösste Ausgabe seien die Löhne der Angestellten. Ein Stellenabbau sei mit der heutigen Nachfrage aber nur schwer vereinbar. Karin Mykytjuk hofft denn auch, dass das Haus der Religionen nach der Schliessung wegen Corona bald die Türen wieder öffnen kann, damit auch wieder Einnahmen generiert werden könnten.

Keine existentielle Krise

Die Geschäftsleiterin ist überzeugt, dass das Haus der Religionen beide Krisen – Corona und das fehlende Geld – überstehen werde.  «Wir sind im Moment nicht in unserer Existenz bedroht.» (mos)