Guterres warnt vor neuer Ära der Konflikte
Unsere Zeit sei von den grössten geopolitischen Spannungen und dem intensivsten Wettbewerb zwischen Grossmächten seit Jahrzehnten geprägt. Das sagte der UN-Generalsekretär António Guterres bei der Vorstellung seines Grundsatzpapiers «Neue Agenda für den Frieden» in New York. Darin skizziert Guterres sein multilaterales Konzept, um Frieden und Sicherheit auf der Grundlage des Völkerrechts zu schaffen.
Viele Mitgliedstaaten seien zunehmend skeptisch, ob das multilaterale System für sie funktioniert. Verstösse gegen das Völkerrecht würden immer häufiger. Konflikte seien komplexer
Die Besorgnis über die Möglichkeit eines Atomkriegs bestehe wieder. Mit neuen Kriegswaffen könne sich die Menschheit selbst auslöschen. Und der Einmarsch Russlands in die Ukraine habe die Bewältigung dieser und anderer Herausforderungen noch schwieriger gemacht.
Guterres forderte die entschlossene Abschaffung der Atomwaffen. Solange Mächte noch Nuklearwaffen zur Verfügung hätten, müssten sie sich verpflichten, die Sprengköpfe niemals einzusetzen. Die Länder müssten eine vorausschauende und präventive Diplomatie betreiben, um Konflikte in Zukunft nicht entstehen zu lassen.
Zusammen mit anderen Dokumenten soll die «Neue Agenda für den Frieden» ein Fundament für den «Gipfel der Zukunft» bilden, den die UN 2024 abhalten will. Die ursprüngliche Agenda für den Frieden, die der damalige Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali 1992 vorlegte, umriss die Rolle der UN in der Welt nach dem Kalten Krieg. (epd/no)