Solidaritäts-Aktion

Glocken läuten gegen den Krieg in der Ukraine

In der ganzen Schweiz haben am Mittwochmorgen die Kirchenglocken als Zeichen des Protests gegen den Krieg in der Ukraine geläutet. Politik und Kirchen nahmen daran teil und bekundeten Solidarität mit den Betroffenen.

Die Kirchen haben ein Zeichen für den Frieden gesetzt. Im Bild die Glocken der evangelisch-reformierten Kirche in Küsnacht, Zürich. (Bild: zVg/Adam Taubitz)

Mit dem Glockengeläut um zehn Uhr haben die christlichen Landeskirchen zum Gebet und Innehalten eingeladen. Es sei ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit allen Aktionen, die dem Frieden, der Nothilfe vor Ort und der Aufnahme von Geflüchteten dienen.

«Es sind Glocken des Protestes gegen diesen Krieg, der die Zivilbevölkerung am härtesten trifft. Es sind Glocken des Aufrufs zur Solidarität und zum Handeln», sagte die Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz, Rita Famos, in einem per Twitter verbreiteten Video. Über eine Million Menschen seien auf der Flucht.

Stille als Zeichen gegen den Krieg

Der Nationalrat unterbrach kurz vor zehn Uhr seine Sitzung für eine Viertelstunde. Ratspräsidentin Irène Kälin (Grüne) lud alle ein, während des nationalen Glockenläutens der Kriegsbetroffenen in der Ukraine zu gedenken. «Die Schweiz hält inne. Unsere gemeinsame Stille als lautstarkes Zeichen gegen Krieg», twitterte Bundespräsident Ignazio Cassis zum Friedensläuten.

«Drei Minuten innehalten für Frieden und Demokratie: In Verbundenheit mit den Opfern des Ukraine-Kriegs haben mein Team und ich heute einen kurzen Moment vor dem Berner Münster verbracht anstatt im Büro», schrieb Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Hunderttausende erlebten unermessliches Leid. «Wir sind in Gedanken bei ihnen.»

Kirchen fordern Aufnahme von Geflüchteten

Die Schweizer Bischofskonferenz, die evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und die Christkatholische Kirche der Schweiz haben den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt, der auch den Frieden in Europa bedrohe. Sie forderten den russischen Präsidenten auf, die Kriegshandlungen sofort zu stoppen und weiteres Leiden zu verhindern. Um den Menschen zu helfen, plädierten sie für Nothilfe in der Ukraine und den Nachbarländern sowie der Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten in der Schweiz. (sda/mos)