Glarner Kirchen sagen Nein zur Steuervorlage

An der Glarner Landsgemeinde vom 6. September wird über eine Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen abgestimmt. Die Kirchenräte beider Landeskirchen haben nun dazu Stellung genommen.


Der Vorstoss der Jungfreisinnigen will juristische Personen im Kanton Glarus von der Kirchensteuer befreien. Das Parlament hat sich jedoch gegen die Idee ausgesprochen, ebenso wie gegen einen Kompromissvorschlag der Regierung. Deshalb entscheidet nun die Stimmbevölkerung an der Landsgemeinde über die Abschaffung.

Nun haben auch die kantonalen Kirchenräte der evangelisch-reformierten und der katholischen Kirche eine Nein-Empfehlung herausgegeben, wie es in einer Mitteilung vom 21. August heisst. Die Kirche sei nicht nur für den Sonntagsgottesdienst zuständig, sondern nehme unterschiedliche Aufgaben wahr. Sie ergänze damit die staatliche Unterstützung.

Von kulturellen Veranstaltungen bis Integrationsarbeit

Die Kirchensteuern würden «für ein vielfältiges soziales und kulturelles Leben» verwendet, zum Beispiel für die Unterstützung von Menschen in Krisensituationen. Zudem böten Kirchgemeinden Raum für kulturelle Veranstaltungen sowie sinnvolle Aktivitäten für Jugendliche. Auch in der Alters- und der Integrationsarbeit seien sie engagiert. Die Gottesdienste und kirchlichen Aktivitäten wie Taufen oder Beerdigungen bildeten «das Fundament der Landeskirchen». Weiter erwähnen die Kirchen die Kosten für ihre Gebäude, die oft unter Heimatschutz stehen.

Um diese Aufgaben weiter wahrnehmen zu können, seien die Kirchen auf die Steuergelder der juristischen Personen angewiesen. Deshalb empfehlen die beiden Glarner Kirchenräte, den Vorstoss am 6. September abzulehnen. (mos)