Einfrieren von US-Hilfsgeldern

Tausende Stellen in Genf gefährdet

Wegen der weggekürzten US-Gelder für die Auslandshilfe sind in Genf zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet. Der Genfer Staatsrat reagiert mit einem Notfallplan.
Genf ist der Hauptsitz zahlreicher internationaler Organisationen wie etwa der Internationalen Organisation für Migration. (Bild: Martial Trezzini / Keystone)

Der Entscheid von US-Präsident Donald Trump, die humanitäre Hilfe zu stoppen, hat Folgen für die zahlreichen NGOs in Genf. Laut dem Beratungszentrum des Internationalen Genf dürften etliche Arbeitsplätze betroffen sein. Zudem fallen bei Uno-Organisationen Tausende von Stellen weg.

«Bis heute ist es schwierig, die Zahl der betroffenen Nichtregierungsorganisationen genau zu bestimmen», sagte ein Verantwortlicher des Beratungszentrums Centre d'accueil de la Genève internationale (CAGI) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Man schätze, dass mindestens mehrere hundert Arbeitsplätze betroffen seien. Der Genfer Staatsrat kündigte umgehend einen Nothilfeplan für das gesamte Internationale Genf in Höhe von 10 Millionen Franken an.

Dies sei eine Notsituation, wird Finanzvorsteherin Nathalie Fontanet in der Zeitung «Le Temps» zitiert. «Genf und die Schweiz sind für ihre Stabilität und Verlässlichkeit bekannt. Wir müssen auf unserer Ebene handeln, um den betroffenen Organisationen zumindest einige Wochen Stabilität zu bieten», sagte sie.

Im Westschweizer «Radio RTS» betonte Fontanet, die zehn Millionen Franken sollten dabei helfen, die Arbeitsplätze der NGOs zu retten. «Sie alle sind rechtmässig in der Schweiz, arbeiten in Genf und zahlen in die Sozialwerke ein, wie alle anderen auch», sagte sie.

Fontanet erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Schweizer Parlament erst kürzlich beschlossen habe, 110 Millionen bei NGOs und internationalen Organisationen zu kürzen, um sie für die Armee zu verwenden. «Wir müssen darüber nachdenken, was wir mit unseren Mitteln tun wollen», sagte sie. Damit der Notfallplan in Kraft treten kann, muss ihm das Parlament an seiner nächsten Sitzung zustimmen.

In einer E-Mail an die Mitarbeiter kündigte der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, diese Woche an, dass die direkt von den USA abhängigen Arbeitsplätze wegfallen sollen. Diese Massnahmen würde allein 600 Personen betreffen. Allein bei der Internationalen Organisation für Migration wurden zudem 3000 Entlassungen ausgesprochen. (sda/ no)

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