Gellertkirche äussert sich zu Mobbing-Vorwürfen

In der Basler Gellertkirche sei es wiederholt zu Mobbing und Ausgrenzung gekommen, kritisierte die «Tageswoche» vor ein paar Tagen. Nun nimmt die Kirche in einer Mitteilung Stellung zu den Vorwürfen.


Die Gellertkirche distanziere sich von «Intoleranz, dem Ausüben von Druck und ausgrenzendem Verhalten», heisst es in einer Mitteilung auf der Webseite der Kirche vom 31. Januar. Sie stehe allen Menschen «unabhängig von Geschlecht, sexueller Ausrichtung oder moralisch-ethischen Vorstellungen» offen.

Die Kirche reagiert damit auf die Vorwürfe, die am 25. Januar in einem Artikel der «Tageswoche» geäussert wurden. Demnach sollen Besucherinnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder abweichender Moralvorstellungen von Mitarbeitenden der Kirche unter Druck gesetzt und ausgegrenzt worden sein.

Kirche ist offen für das Gespräch

In ihrer Stellungnahme bedauert die Kirche, dass sich die Betroffenen nicht direkt bei der Kirchgemeinde gemeldet hätten. Da es sich bei den Aussagen in der «Tageswoche» um «anonyme Gerüchte» handle, könne man die Fälle zurzeit nicht beurteilen. Zugleich versichert die Kirche, offen für ein Gespräch zu sein: «Wenn Dinge geschehen sind, die nicht gut sind, wollen wir diese aufarbeiten.»

Zudem distanziert sich die Kirche von der Meinung, es bestehe ein Zusammenhang zwischen Homosexualität und Besessenheit, heisst es in der Stellungnahme weiter. In der «Tageswoche» hatten Besucher davon berichtet, Homosexuellen sei in der Kirche gesagt worden, sie seien von «bösen Kräften» besessen.

Kein Überblick möglich

Christian Peyer, Sozialdiakon in der Gellertkirche, versichert gegenüber ref.ch, man habe bereits das Gespräch mit Mitarbeitenden gesucht. Die Fälle im Einzelnen aufzuklären, sei aber schwierig, da man auch nicht wisse, wann sie stattgefunden hätten. «Zudem haben wir sehr viele Freiwillige, die sich bei uns engagieren. Das macht es schwer, einen Überblick zu haben, wer zu wem was gesagt hat.»

Peyer schliesst nicht aus, dass es in der Gemeinde schon mal zu verletzenden Äusserungen gekommen sein könnte. «In einer so grossen Gemeinschaft kann man das fast nicht ausschliessen. Wenn wir aber davon erfahren, dann greifen wir durch.»

Die evangelikal ausgerichtete Gellertkirche gehört zu den bestbesuchten reformierten Kirchen in der Schweiz. Aufgrund der guten Besucherzahlen führte die Kirche im Januar einen dritten Sonntagsgottesdienst ein. (no)