Rechtsbegehren

Freikirchen wollen sich gegen Zertifikatspflicht wehren

Der nationale Dachverband der Freikirchen prüft eine Klage gegen die Corona-Vorschriften. Sie würden gegen die Grundsätze des Evangeliums verstossen, begründen sie den Widerstand.

Den Schweizer Freikirchen ist die Zertifikatspflicht ein Dorn im Auge. Deshalb prüfen sie eine Klage, wie die «NZZ am Sonntag» am 3. Oktober schreibt. So arbeite der Dachverband mit dem Westschweizer Réseau évangélique suisse und der international tätigen christlichen Organisation Alliance Defending Freedom zusammen. Angedacht sei, eine Klage zusammen mit einer lokalen Freikirche einzureichen. Der Kanton Genf sei deshalb ausgewählt worden, weil kirchliche Kreise dort letztes Jahr erfolgreich gegen ein Gottesdienstverbot geklagt hätten.

Der Dachverband begründet sein Vorgehen gegen die Zertifikatspflicht mit dem Evangelium. «Diese Regel widerspricht den christlichen Grundsätzen, die wir vom Evangelium kennen. Gottesdienste sollten offen sein für alle, ohne Kontrolle eines Zertifikats oder der Identität», sagt Präsident Peter Schneeberger auf Anfrage der «NZZ am Sonntag».

Bereits jetzt gelten für Kirchen allerdings Ausnahmen. Während die Zertifikatspflicht bei sonstigen Anlässen bereits ab 30 Personen umzusetzen ist, gilt sie bei religiösen Veranstaltungen erst ab 50 Personen.

Das reicht den Freikirchen allerdings nicht. Derzeit laufe ein juristischer Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). In einem vom Dachverband der Freikirchen eingereichten Rechtsbegehren werde die Frage aufgeworfen, wie sich die Einlassbeschränkung mit der Bundesverfassung verträgt, welche die Glaubensfreiheit gewährleisten soll. (bat)