Feministische Theologinnen begrüssen einfacheren Eintrag des Geschlechts

Die IG Feministische Theologinnen unterstützt den Vorentwurf einer Revision der «Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister» des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Dennoch bräuchte es weitere Anpassungen.


Der Bundesrat will die Änderung des amtlichen Geschlechts gesetzlich regeln und vereinfachen. So sollen Transmenschen und Menschen mit einer nicht eindeutig bestimmten Geschlechtsvariante in Zukunft ihr Geschlecht und ihren Vornamen im Personenstandsregister des Schweizerischen Zivilgesetzbuches unbürokratisch ändern können. Dafür genügt eine Erklärung gegenüber dem Zivilstandsamt – ohne vorgängige medizinische Untersuchungen oder andere Voraussetzungen. Im Mai schickte der Bundesrat die entsprechende Änderung  in die Vernehmlassung.

Dieses Vorhaben begrüsst die IG Feministische Theologinnen, wie es in einer Mitteilung vom 4. Oktober heisst. Dennoch unterstützt die Organisation die Vernehmlassung des Transgender Network Switzerland, die wichtige Änderungsvorschläge an diesem Vorentwurf enthält. Damit soll das Gesetz wirklich den Anliegen der Betroffenen entgegenkommen.

Reformierte sollen sich für Transpersonen einsetzen

Laut des Netzwerks spricht der Bundesrat zwar von Selbstbestimmung. Dennoch dürfen Zivilstandsämter die Geschlechtsidentität prüfen und bei Zweifeln zum Beispiel ärztliche Zeugnisse verlangen oder die Änderung ablehnen. Das sei unverändert Fremdbestimmung. Ausserdem sollen die Zivilstandsämter Transmenschen nicht zwingen können, persönlich zu erscheinen. Transmenschen würden oft genug danach bewertet, ob sie «Frau genug» oder «Mann genug» sind. Das sei erniedrigend und belastend.

Die IG Feministische Theologinnen hält in ihrer Mitteilung fest, dass die Geschlechtervielfalt aus theologischer Sicht zu begrüssen ist: Sie sei von Gott selbst im Menschen angelegt und stelle im Glauben keinen Faktor der Gottesnähe oder -ferne dar. «Wir rufen daher die reformierten, christkatholischen und katholischen Kirchen der Schweiz dazu auf, sich stärker für die Belange von Transpersonen und Menschen mit Varianten in der Geschlechtsentwicklung zu interessieren und zu engagieren.» (bat)