IS-Terror

Fast eine Million Menschen in Mosambik von Hunger bedroht

Seit Jahren wüten in Mosambik islamistische Terrorgruppen. Hunderttausende von Menschen sind auf der Flucht. Nun warnen humanitäre Organisationen vor einer Hungersnot.

Die Lage im südostafrikanischen Mosambik spitzt sich weiter zu. In der Provinz Cabo Delgado wüten islamistische Terroristen, die ihre Angriffe seit Ende März deutlich ausgeweitet haben. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef richtet sich auf eine lang anhaltende humanitäre Krise ein, wie Unicef-Nothilfekoordinator Manuel Fontaine am Dienstag in einer Video-Schalte aus der Region sagte.

Die Geflüchteten berichteten von Gewalt ohne Ende, sagte ein Sprecher der humanitären Organisation. Eine hochschwangere Frau sei mit Kind geflohen, nachdem ihr Mann vor ihren Augen ermordet worden sei. Ein Teenager habe im Feld ansehen müssen, wie seine Mutter ermordet wurde. Menschen würden entführt und Frauen vergewaltigt. Unicef kümmert sich nach eigenen Angaben um mehr als 200 Kinder, die ohne Eltern auf der Flucht waren.

Spendenaufruf für Vertriebene

Das Welternährungsprogramm (WFP) braucht nach eigenen Angaben 82 Millionen Dollar (knapp 76 Millionen Franken) an Spenden. Damit will die Organisation etwa 750’000 Vertriebene versorgen sowie ebenfalls von Hunger bedrohte Anwohner in Gebieten, die Geflohene aufgenommen haben, wie ein WFP-Sprecher in Genf mitteilte. Manche Gastfamilien hätten 20 Menschen aufgenommen und versuchten, ihre eigenen bescheidenen Mittel mit ihnen zu teilen.

Sunnitische Extremisten hatten Palma im Norden Mosambiks am 24. März überfallen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben mehrere Tage lang die Kontrolle über die Stadt übernommen. In der Provinz Cabo Delgado verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. (sda/dpa/no)