Exit prüft Ausschluss von Auslandschweizern

Der Vorstand der Sterbehilfeorganisation Exit möchte künftig Auslandschweizer als Mitglieder ausschliessen. Er hat die Statuten entsprechend überarbeitet und bis Ende September in die Vernehmlassung geschickt. Den definitiven Entscheid soll 2021 die Generalversammlung fällen.


Die Sterbehilfeorganisation Exit plant eine Anpassung ihrer Statuten. Demnach sollen nur noch urteilsfähige Personen ab 18 Jahren als Mitglieder aufgenommen werden, «sofern sie Wohnsitz in der Schweiz haben». Dies geht aus den auf der Webseite der Sterbehilfeorganisation publizierten Revisionsvorschlägen hervor. Zuerst hatte die «NZZ am Sonntag» darüber berichtet. Zudem soll eine bereits existierende Mitgliedschaft aufgehoben werden, sobald das Mitglied seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt.

Wie Exit-Sprecher Jürg Wiler auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte, habe man sich nach reiflicher Überlegung für diesen Vorschlag entschieden. Ausschlaggebend dafür seien die bürokratischen Hürden in vielen Ländern gewesen, in denen die Sterbehilfe sehr streng gehandhabt werde und gesetzlich verboten sei.

Grosser Aufwand im Ausland

Die Abklärungen für eine Freitodbegleitung, auf die jedes Exit-Mitglied Anrecht habe, könnten nur mit sehr grossem Aufwand seriös erfüllt werden, wenn ein Mitglied im Ausland wohne, so Wiler. Grosse Distanzen, eventuell die Zeitverschiebung, das Einholen von Arztzeugnissen und Spitalberichten in fremden Sprachen seien weitere Gründe. Zudem müssten schwerkranke Mitglieder in die Schweiz transportiert werden, da nur hier eine Freitodbegleitung legal durchgeführt werden könne.

Von den rund 130’000 Exit-Mitgliedern leben 2600 im Ausland. 2019 betrafen gerade einmal 5 von insgesamt 862 Freitodbegleitungen Auslandschweizer. Der Vorstand nimmt derzeit laut Wiler Rückmeldungen entgegen. «Je nach Rücklaufstärke» wolle er diese dann in die Revision der Statuten einfliessen lassen. (sda/no)