Exit-Gründer Rolf Sigg im Alter von hundert Jahren gestorben

Der reformierte Pfarrer und Mitgründer der Sterbehilfe-Organisation Exit Rolf Sigg ist Mitte September gestorben, wie erst jetzt bekannt wird. Sigg setzte sich jahrelang für ein selbstbestimmtes Sterben ein.

Ein Pionier der Sterbehilfe: Rolf Sigg (1917-2017). (Bild: Tilmann Zuber)

Gemäss einer Todesanzeige in der Neuen Zürcher Zeitung verstarb Sigg bereits am 15. September, wie auf Wunsch der Familie erst jetzt publik wird. Am 30. Oktober wurde in Zürich im Familien- und Freundeskreis Abschied genommen.

Der Pfarrer und Psychologe hatte sich seit den 1980-er Jahren für ein selbstbestimmtes Sterben eingesetzt und die Sterbehilfe-Organisation Exit mitgegründet. Als Geschäftsführer von Exit trug Sigg massgeblich dazu bei, die Organisation landesweit bekannt zu machen, mit dem Ziel Vorurteile abzubauen. Als reformierter Pfarrer gründete Sigg zudem das Begegnungszentrum Rüdlingen im Kanton Schaffhausen.

Umstrittenes Engagement

Wegen seines Engagements sah er sich immer wieder Widerständen ausgesetzt: 1986 verlor Sigg sein Pfarramt in Grenchen SO. Die Presse nannte ihn jahrelang den «Todesengel». In Deutschland wurde er gar mehrmals verhaftet. 2012 gewann Sigg den Prix Courage-Publikumspreis des Magazins Beobachter. (sda/no)