Evangelische Frauen Schweiz fordern vier Wochen Vaterschaftsurlaub

Die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) haben sich zum indirekten Gegenentwurf zur Vaterschaftsurlaubs-Initiative geäussert. Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub seien nicht genug, finden die EFS.


Die Evangelischen Frauen Schweiz halten es für richtig, dass die Kommissionen der eidgenössischen Räte die Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs anerkennen. «Die vorgeschlagene Lösung finden wir aber zu wenig umfassend», heisst es in einer Medienmitteilung vom 1. März. Als Mitglied des Trägervereins «Vaterschaftsurlaub jetzt!» fordern die EFS eine Lösung, die wie die Initiative selbst vier Wochen Vaterschaftsurlaub vorsieht.

Die EFS sind zudem der Meinung, dass zusätzlich zu einem Vaterschafts- und dem Mutterschaftsurlaub zwingend auch eine Elternzeit eingeführt werden muss, die flexibel bezogen werden kann und bei welcher ein Anteil verbindlich für Väter reserviert ist. «Die Schweiz ist bezüglich der sozialen Absicherung von Elternschaft im Vergleich mit anderen OECD-Ländern enorm im Rückstand», heisst es in der Mitteilung weiter.

Urlaub auch nach dem Tod eines Kindes

Die von der Ständeratskommission geprüfte Variante eines sogenannten 16-wöchigen Elternurlaubs, der zur Kürzung des Mutterschaftsurlaubs auf minimal acht Wochen führen würde, lehnen die EFS entschieden ab. Die aktuelle Ausgestaltung des Mutterschaftsurlaubs sei ein absolutes Minimum, das auf keinen Fall unterschritten werden darf.

Die EFS sind ausserdem der Ansicht, dass der Anspruch auf Vaterschaftsurlaub – analog zum Mutterschaftsurlaub – mit dem Tod des Kindes nicht erlöschen sollte. Der Tod eines Neugeborenen sei für die Eltern eine schmerzhafte und emotional äusserst belastende Situation. «In dieser Situation soll es dem Vater möglich sein, den Vaterschaftsurlaub zu beziehen, um genügend Zeit zu haben, diese belastende Situation zu bewältigen, sowohl als Individuum als auch als Paar oder Familie.» (bat)