Europäische Kirchen rufen zur Impfung auf
Angesichts steigender Covid-19-Infektionen in Europa haben die Präsidenten der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) einen gemeinsamen Aufruf veröffentlicht. Man soll die Hygienemassnahmen einhalten und sich impfen lassen.
In den Krankenhäusern sei die Situation «dramatisch». Grund dafür seien unter anderem die unterschiedlichen Impfquoten in Europa. In mehreren Mitgliedstaaten der EU liege die Durchimpfungsrate noch weit unter der notwendigen Schwelle – obwohl Impfstoffe zur Verfügung stehen würden.
«Akt der Liebe»
Die europäischen Kirchen haben laut eigenen Angaben Experten aus Wissenschaft und Medizin konsultiert. Dadurch seien sie zum Schluss gekommen, dass die Impfung das wirksamste Mittel sei, um «die Pandemie einzudämmen und Menschenleben zu retten». Sie biete Schwächeren Schutz und sie sei «ein Akt der Liebe und Fürsorge, aber auch der Verantwortung und der sozialen Gerechtigkeit».
Ausserdem richten die Kirchen einen Appell an die EU und ihre Mitgliedstaaten, sich weltweit für einen gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen einzusetzen. Weiter warnen die KEK und die COMECE vor Falschinformationen. Diese würden Angst und Polarisierung fördern. Die Gesellschaft brauche aber «Zusammenhalt, Einheit und Solidarität». Deshalb appellieren die Kirchen an Verantwortungsträger und an alle Kirchenmitglieder, der Desinformation entgegenzuwirken.
EKS ist Mitglied
In der KEK haben sich orthodoxe, anglikanische, christkatholische und evangelische Kirchen zusammengeschlossen. Mitglied sind auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS), die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Evangelisch-Methodistische Kirche in der Schweiz. Die COMECE vertritt die Interessen der katholischen Kirche bei der EU. (mos)