Kongo

Mehr als 2000 Ebola-Tote

Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo breitet sich weiter aus. Konflikte und fehlende Impfstoffe erschweren die Eindämmung.

Mehr als 2000 Menschen sind seit Beginn des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo nachweislich an der Infektionskrankheit gestorben. Das geht aus den jüngsten veröffentlichten Zahlen des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit hervor. Demnach starben bislang 2011 Erkrankte an Ebola. Bei keinem bisherigen Ausbruch verbreitete sich das Virus schneller. Impfstoffe werden aktuell getestet.

Die Zahl der bestätigten Infektionen bezifferte das Institut auf 4381. Den Angaben zufolge sind 869 Infizierte wieder genesen. «Das Bundibugyo-Virus ist uns weiterhin einen Schritt voraus», sagte Dr. Mohamed Janabi, Regionaldirektor für Afrika der Weltgesundheitsorganisation WHO, nach einem Besuch zu Wochenbeginn im Krisengebiet. Laut Janabi sollen nun spezialisierte Einrichtungen auch in kleineren Orten aufgebaut werden.

Keine Impfung gegen Bundibugyo-Variante

Der Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief kurz danach den internationalen Gesundheitsnotstand aus (ref.ch berichtete). Einer Studie aus dem Juli zufolge hatte der Ausbruch tatsächlich wohl bereits drei bis vier Monate vorher unerkannt begonnen. Gegen die für das Infektionsgeschehen verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung.

Die mit Abstand meisten Infektionen wurden laut dem kongolesischen Nationalen Institut für Öffentliche Gesundheit in der Provinz Ituri erfasst. Laut WHO sterben dort immer noch Patienten an Ebola, bevor sie ärztliche Hilfe erreichen, was die Eindämmung extrem erschwert. In Uganda gab es zu Beginn des Ausbruchs auch einige Fälle, zwei verliefen tödlich. Aber dort wurde nach strenger Kontaktverfolgung seit 21. Juni kein neuer Fall mehr registriert.

Übertragung über Körperflüssigkeiten

Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende, schwere Infektion. Das Virus wird vermutlich über den Kontakt mit infizierten Tieren wie Affen und Fledermäusen aufgenommen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über Körperflüssigkeiten von Erkrankten oder auch bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die weiterhin ansteckend sind. Die frühen Symptome ähneln einem grippalen Infekt, im weiteren Verlauf kann es zu inneren und äusseren Blutungen, Krämpfen oder Atemnot kommen. (epd/ no)

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