Deutschland

EKD sieht neue Asylregeln mit Sorge

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) äussert sich kritisch zu den Änderungen im Asylrecht. Diese widersprächen dem christlichen Menschenbild.

Der Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschalnd (EKD, Christian Stäblein, sieht in den neu beschlossenen Regeln zur Umsetzung der EU-Asylreform einen grossen Einschnitt. «Die geplanten Regelungen greifen tief in das Leben von Geflüchteten ein», sagte er. «Wenn sogar Familien und Kinder in speziellen Einrichtungen mit starken Einschränkungen leben oder gar in Haft genommen werden sollten, widerspricht das unserem christlichen Menschenbild und dem Gebot der Humanität», erklärte der Berliner Bischof.

«Geflüchtete sind Menschen. Wie wir ihnen begegnen, zeigt, wie ernst wir es mit Nächstenliebe, Verantwortung und Rechtsstaat meinen», erklärte Stäblein. Er begrüsste zugleich, dass für bestimmte Gruppen von Flüchtlingen der Arbeitsmarktzugang mit dem Gesetz weiter erleichtert wird. «Nun kommt es darauf an, dass es in der Praxis auch möglich wird», sagte er.

Der Bundestag hatte am Freitag Änderungen im Asylrecht beschlossen, bei denen es vor allem um den Umgang mit neu ankommenden Schutzsuchenden geht. Umgesetzt wird damit das Gemeinsame Europäische Asylsystem, das EU-Staaten verpflichtet, Asylverfahren an EU-Aussengrenzen zu etablieren, bei denen insbesondere Menschen mit geringer Chance auf Schutz festgehalten werden sollen, bis ihr Antrag bearbeitet ist.

Darüber hinaus wird den Bundesländern ermöglicht, in sogenannten Sekundärmigrationszentren die Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen zu beschränken, die über eine EU-Binnengrenze gekommen sind. Auch Familien mit Kindern könnten dort untergebracht werden. Kinder in Haft zu nehmen, soll aber nur in absoluten Ausnahmen möglich sein. (epd/ no)

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