Evangelische Kirche in Deutschland

Missbrauchsbetroffene werfen Kirche Verzögerungstaktik vor

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wird erneut scharf kritisiert. Die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt werde verschleppt, schreibt die Vertretung der Betroffenen.

Betroffene von sexualisierter Gewalt in Deutschland werfen der evangelischen Kirche erneuten Machtmissbrauch vor. Beschlüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) würden in den 20 Landeskirchen nicht zügig umgesetzt, sondern über lange Zeiträume in verschiedenen Gremien diskutiert, kritisierte die Betroffenenvertretung der Unabhängigen Aufarbeitungskommission (URAK). Dies führe dazu, dass notwendige Verbesserungen für Betroffene verzögert würden.

Die Kritik erfolgte vor dem Hintergrund des Rücktritts der Betroffenensprecherin Nancy Janz aus dem Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt von EKD und Diakonie (ref.ch berichtete). Janz hatte mangelnde Fortschritte bei Aufarbeitung und Prävention beklagt und fehlenden Verantwortungswillen bei Teilen der Kirchenleitung kritisiert. 

Die URAK erklärte, Betroffene hätten durch die Verzögerungen «immer wieder das Nachsehen». Die Kirche müsse nun ihren Zusagen Taten folgen lassen. (epd/ hz)

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