Deutschland

Neue Regeln für Missbrauchsbetroffene

Ab Januar dieses Jahres soll für Betroffene von sexuellem Missbrauch in der Evangelischen Kirche in Deutschland ein neues Anerkennungsverfahren gelten. Doch noch sind nicht alle Kirchenregionen so weit.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Diakonie haben das Anerkennungsverfahren für Betroffene sexualisierter Gewalt reformiert. Ab Januar 2026 gelte in sieben von zehn Verbünden der evangelischen Landeskirchen und diakonischen Landesverbänden ein neues Verfahren, teilten EKD und Diakonie mit. Ziel sei, dieses betroffenenorientierter zu gestalten und weiter zu vereinheitlichen. Grundlage ist die Anerkennungsrichtlinie der EKD.

Die Anerkennungskommissionen seien mit unabhängig arbeitenden Personen besetzt, hiess es zu den wichtigsten Inhalten. Sie würden die Unrechtserfahrungen von betroffenen Personen entgegennehmen, ihre Geschichte anhören und eine finanzielle Anerkennung zusprechen. Die Anerkennungskommissionen seien zudem dezentral aufgestellt. Insgesamt soll es zehn Kommissionen in den Landeskirchen und diakonischen Landesverbänden geben.

Dorothee Wüst, Sprecherin der Beauftragten im Beteiligungsforum, begrüsste den Start des neuen Verfahrens. Gleichzeitig bedauerte die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, dass das Ziel einer gemeinsamen Umsetzung zum 1. Januar 2026 nicht vollständig erreicht worden sei. So stehen den Angaben zufolge etwa in drei östlichen Verbünden, die den Bereich der neuen Bundesländer abdecken, noch Planungs- und Umsetzungsschritte aus. Der Start soll laut EKD und Diakonie noch im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.

Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland und Mitglied im Beteiligungsforum, erklärte: «Noch ist der Prozess der Umsetzung der Anerkennungsrichtlinie nicht in allen Verbünden abgeschlossen. Und auch die Arbeit im Beteiligungsforum geht weiter.» Mit dem Start des neuen Verfahrens in sieben Verbünden sei man jedoch einen grossen Schritt vorangekommen. Dieses sei nicht zuletzt auch eine wichtige Empfehlung aus der Aufarbeitungsstudie «ForuM» gewesen, so Ronneberger. (epd/ no)

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