Der Weg zur Kirchgemeinde Zürich ist frei

Die beiden Kirchgemeinden Hirzenbach und Witikon ziehen ihren Rekurs gegen die Auflösung des Reformierten Stadtverbandes zurück. In den Verhandlungen mit der künftigen Kirchgemeinde Zürich konnte eine Einigung erzielt werden.


Zum Reformierten Stadtverband Zürich gehören 34 Kirchgemeinden. 32 davon wollen per 1. Januar 2019 zur Kirchgemeinde Zürich fusionieren. Lediglich Hirzenbach und Witikon entschieden sich für den Alleingang. Ihren Rekurs gegen die Auflösung des Stadtverbandes zogen sie nun aber zurück.

Die Vertreter des Stadtverbandes zeigten sich an einer Pressekonferenz vom 28. September sichtlich erleichtert. «Der Rekurs hat uns massiv geärgert und bei vielen Verunsicherung ausgelöst. Wir sind froh, dass jetzt Klarheit geschaffen werden konnte», sagte Andreas Hurter, Präsident des Reformierten Stadtverbandes.

Gleichviel Steuergelder wie bisher

Grund für die Erleichterung ist eine Vereinbarung, die mit den beiden Kirchgemeinden Hirzenbach und Witikon erzielt werden konnte. Diese klärt die strittigen Fragen zur Steuer- und Vermögensausscheidung sowie zur künftigen Zusammenarbeit. Sie sieht unter anderem vor, dass Hirzenbach und Witikon für eine Übergangszeit von maximal fünf Jahren wie bisher am städtischen Steuerertrag teilhaben. Das Vermögen des Stadtverbandes soll anteilmässig verteilt werden. Zudem dürfen die beiden Kirchgemeinden weiterhin Dienstleistungen des Stadtverbandes beanspruchen.

Zufrieden mit der Vereinbarung zeigte man sich auch auf Seiten der beiden Kirchgemeinden Hirzenbach und Witikon. «Wir sind dankbar für diese Lösung und haben den Rekurs aus Überzeugung zurückgezogen», sagte Thomas Bucher, Kirchenpflegepräsident der Kirchgemeinde Hirzenbach. Bucher betonte, dass seine Kirchgemeinde keinen Alleingang, sondern eine «vernetzte Eigenständigkeit» anstrebe.

Endgültige Entscheidung in fünf Jahren

Noch können die beiden Kirchgemeinden ihren Entscheid, sich nicht an der Fusion zu beteiligen, rückgängig machen. Die Vereinbarung sieht vor, dass sich alle Beteiligten regelmässig zu einem Gespräch treffen. Noch vor Auslaufen der Übergangsregelung 2023 soll aber endgültig feststehen, ob es zu einer vollständigen Trennung oder doch noch zu einem Zusammenschluss kommt.

Mit der Einigung ist der Weg zum Zusammenschluss zur Grosskirchgemeinde Zürich frei. Das letzte Wort zur Kirchgemeindeordnung hat das reformierte Stimmvolk am 25. November 2018 an der Urne. (no)