Der Böögg trägt einen Zwingli-Hut

Anlässlich des Reformationsjubiläums trägt der Böögg am Zürcher Sechseläuten einen schwarzen Hut. Damit will Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist auf die Jubiläumsaktion «Em Zwingli lupft's de Huet» aufmerksam machen.

Böögg-Bauer Lukas Meier (links) und Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist (rechts) mit dem Zwingli-Böögg (Bild: PPR/Aladin Klieber)

Der Böögg trägt Hut! Am diesjährigen Zürcher Sechseläuten liegt auf dem Kopf des zu verbrennenden Schneemanns eine ungewöhnliche Kopfbedeckung. Sie erinnert an Zwinglis berühmten schwarzen Hut – und soll auf die Jubiläumsaktion des ökumenischen Projekts «Em Zwingli lupft’s de Huet» in der Stadt Zürich aufmerksam machen. Den Antrag für die überraschende Aktion anlässlich des Reformationsjubiläums stellte Grossmünsterpfarrer und Reformationsbotschafter Christoph Sigrist bei der Zunftmeisterversammlung.

Die Verbindung zwischen Zwingli und den Zünften sei sehr eng gewesen, schreibt das Zentralkomitee der Zünfte Zürich am 8. April in einer Mitteilung. So sei es vor 500 Jahren der Rat, also grösstenteils die Zünfte, auf die sich Zwingli in erster Linie verlassen konnte und ohne deren entschlossenes Mitgehen die Reformation in Zürich kaum so rasch Erfolg gehabt hätte. Es sei kein Zufall, dass Zwingli, wie Zeitgenossen bezeugen, besonders gern in Zunftstuben die Geselligkeit gepflegt hatte.

Zwinglis Hut, Zwinglis Schwert

Auch mit dem diesjährigen offiziellen Sechseläuten-Gast, der Stadt Strassburg, pflegte Zwingli enge politische Beziehungen. Kunde von Strassburg taucht im Briefwechsel Zwinglis zuerst 1519 auf, in einem Brief des Beatus Rhenanus vom 19. März 1519. Dieser berichtet von einem «Römling», der am Abend zuvor von Basel zu Schiff nach Strassburg fuhr, um am Morgen dort zu sein. Zehn Jahre später wird Zwingli selbst diese Fahrt unternehmen.

Auf seiner Reise nach Marburg zum Gespräch mit Martin Luther machte er vom 6. bis 18. September 1529 in Strassburg Station. Man sagt, dass ihm anlässlich dieser gefährlichen Reise von der Stadt Strassburg das Schwert geschenkt wurde, welches er bei seinem Tode auf sich trug.

Jubiläumsaktion startet im August

Bei der Jubiläumsaktion «Em Zwingli lupft’s de Huet» soll sich der Reformator zwischen August und November in Form von zwölf überlebensgrossen Statuen über die ganze Stadt ausbreiten. Die bekannte Zwingli-Statue bei der Zürcher Wasserkirche steigt also symbolisch vom Sockel und Zwingli entdeckt «seine» Stadt nach 500 Jahren neu.

Im Fokus steht dabei nicht in erster Linie die religiöse, sondern die gesellschaftliche Betrachtung. An gut frequentierten Orten über die Stadt verteilt werden die Figuren ein auf den jeweiligen Stadtkreis abgestimmtes Thema aufnehmen, zu welchem es dann auch begleitend sogenannte «Zwingli-Gsprööch» geben wird. (sda/mey)