Deutsche Post würdigt Zwingli erstmals mit einer Briefmarke

Die Sondermarke «Huldrych Zwingli – 500 Jahre Zürcher und oberdeutsche Reformation» ist ein gemein­sames Projekt der Deutschen und der Schweizerischen Post. Die Idee zur Marke stammt von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die erste Zwingli-Briefmarke seit fünfzig Jahren erscheint am 2. Mai. (Bild: Die Schweizerische Post AG)

Gilt in der Deutschschweiz Ulrich Zwingli als der Reformator schlechthin, fristete er in Deutschland bislang ein Dasein im Schatten Martin Luthers. Ausgerechnet die Deutsche Post ehrt ihn nun mit einer Briefmarke. Der philatelistische Sonderdruck «Huldrych Zwingli – 500 Jahre Zürcher und oberdeutsche Reformation» ist ein gemein­sames Projekt der Deutschen und der Schweizerischen Post.

Er zeigt den Reformator in dem ­bekannten Portrait des Malers und Zwingli-Zeitgenossen Hans ­Asper. Dazu steht in grossen Lettern Zwinglis wohl berühmtester Ausspruch geschrieben: «Tut um Gottes willen etwas Tapferes!»

Zwingli als Herausforderung

Gestalter aus der Schweiz und Deutschland bewarben sich um den Auftrag, am Ende machte die Berliner Agentur Fernkopie das Rennen. Für ihren Inhaber und Gestalter, Matthias Wittig, war der Schweizer Reformator bei der Gestaltung eine Herausforderung: «Auf den überlieferten Portraits kommt Zwingli nicht unbedingt als mutiger Mann rüber.» Er wirke eher introvertiert, weshalb Wittig das Portrait mit Zwinglis markigen Worten ergänzte. In ihrem Entscheid schrieb die Jury, dass seine Umsetzung «modern und zeitgenössisch» sei und auch das gewählte Zitat gut zur Gegenwart passe.

Die Idee zur Marke stammt von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie machte von ihrem jährlichen Recht Gebrauch, beim Bundesfinanzministerium eine kirchliche Briefmarke vorzuschlagen. Dieses besitzt die Hoheit über die Herausgabe von Wertzeichen.

In den vergangenen Jahren erschienen so bereits Marken mit Sujets der Reformatoren Philipp Melanchthon, Johannes Calvin und Martin Luther. Mit der neuen Zwingli-Marke will die EKD den Zürcher Reformator für seine Bedeutung in der Schweiz und im süddeutschen Raum würdigen.

Zwingli bereits auf Schweizer Marke

In der Schweiz wird das Wertzeichen die 85-Rappen-Frankatur tragen. Sie kann ab dem 2. Mai in den Postfilialen gekauft werden, die Auflage ist limitiert. Das letzte Mal schaffte es Zwingli vor fünfzig Jahren auf eine 10-Rappen-Marke der Schweizerischen Post. Sein Konterfei auf einer deutschen Briefmarke ist ein Novum.

Gefeiert wird die neue Marke am 12. Mai im Zürcher Grossmünster anlässlich des internationalen Gottesdienstes zur Konferenz der Weltgemeinschaft ­Reformierter Kirchen.

Dieser Beitrag erschien erstmals in bref, dem Magazin der Reformierten.