Deutschland

Viele junge Depressive nutzen KI als Psycho-Coach

In Deutschland wendet sich jeder dritte junge Mensch mit Depression an einen KI-Chatbot. Die meisten bewerten den Austausch als hilfreich, doch es gibt kritische Effekte.

Jeder dritte Depressionspatient zwischen 16 und 39 Jahren nutzt Künstliche Intelligenz für Gespräche über seine Erkrankung. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention unter rund 2500 Personen.

Demnach tauschen sich 35 Prozent der Betroffenen mit KI-Chatbots aus, zehn Prozent führen längere dialogische Gespräche. Viele suchen dabei Unterstützung: 56 Prozent wollen über ihre Probleme sprechen, 46 Prozent hoffen, ihre Erkrankung besser zu bewältigen, und 41 Prozent suchen Zuspruch. Rund 40 Prozent informieren sich über Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten.

Die Mehrheit beschreibt den Kontakt positiv. 85 Prozent empfinden ihn als hilfreich, 92 Prozent als verständnisvoll und 89 Prozent als respektvoll. Drei Viertel fühlen sich nach den Gesprächen gestärkt, 65 Prozent berichten von einem Gefühl von Nähe.

Gleichzeitig nennen Befragte auch Nachteile. 57 Prozent empfinden es als belastend, mit einer Maschine zu sprechen. Zudem geben 53 Prozent an, nach der Nutzung häufiger Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid zu haben. (epd/ hz)

Sie haben Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe:
Die Dargebotene Hand, Telefon 143
Pro Juventute, Telefon 147 (für Kinder und Jugendliche)

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