Crashkurs Reformation auf Erfolgskurs

Die Fachstelle Fokus Theologie der reformierten Landeskirchen stellt Kirchgemeinden eine vierteilige Einführung in die Reformationsgeschichte zur Verfügung. In Affoltern am Albis hat der Crashkurs auch Kirchenferne angezogen.


Einen Überblick über Ursachen und Verlauf der Schweizer Reformation an vier Abenden: Dies will die Fachstelle Fokus Theologie mit ihrem «Crashkurs Reformation» vermitteln. Seit kurzem können Kirchgemeinden in der Deutschschweiz die Kursunterlagen auf der Webseite der Fachstelle herunterladen und in der Erwachsenenbildung einsetzen.

Unerwartet grosses Interesse

Bereits von dem Angebot Gebrauch gemacht hat die Zürcher Kirchgemeinde Affoltern am Albis. Dort ist man überrascht über das grosse Interesse, auf das der Kurs in der Bevölkerung gestossen ist. Organisiert hat ihn Pfarrerin Bettina Bartels, zuständig für die Erwachsenenbildung im Bezirk Affoltern. Bei der Ausschreibung habe man noch über eine Mindestzahl von Teilnehmenden diskutiert, berichtet Bartels. Schliesslich aber seien über sechzig Anmeldungen eingetroffen. Die grosse Resonanz sei überwältigend gewesen, sagt sie.

Aufgrund der Nachfrage wird der Kurs im Frühling nun ein zweites Mal durchgeführt. Erfreut ist Bartels aber nicht nur über die Teilnehmerzahlen. Es sei spannend gewesen, viele neue Gesichter zu sehen. «Es kamen Leute, denen ich in der Kirchgemeinde noch nie zuvor begegnet war.»

Teilnehmende bringen sich ein

Der Crashkurs Reformation wurde 2017 als zehnteilige Vortragsreihe vom Forum für Zeitfragen der reformierten Kirche Basel-Stadt und der Fachstelle für Genderfragen und Erwachsenenbildung der reformierten Landeskirche Baselland entworfen. Ziel war es, kompaktes Wissen über die Reformationsgeschichte zu vermitteln. Die Fachstelle Fokus Theologie hat aus diesem Material schliesslich einen vierteiligen Kurs konzipiert.

Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die Teilnehmenden aktiv einbezogen werden. Didaktisch habe man sich vom reinen Vortragsstil lösen und vielfältige Methoden der Vermittlung einsetzen wollen, schreibt die Fachstelle im Vorwort zu den Kursunterlagen. Dazu gehört, dass die Teilnehmenden gewisse Inhalte selbst erarbeiten, zum Beispiel in Diskussionen oder Gruppenarbeiten.

Reformation fasziniert

Einige Teilnehmende habe dies zuerst irritiert, sagt Bettina Bartels. «Sie erwarteten wohl eher einen traditionellen Vortrag». Schliesslich hätten sich aber alle auf das Experiment eingelassen. Entsprechend positiv seien die Rückmeldungen ausgefallen.

Das Thema Reformation fasziniere anscheinend, schliesst Bartels daraus. «Viele Teilnehmenden begeisterten sich für die Veränderungen, welche die Reformation durchgesetzt hat, etwa im sozialen oder im Bildungsbereich.» Eine Teilnehmerin habe sich zum Beispiel gewünscht, dass die Reformation noch weitergehen würde. Und ein anderer habe einfach geschrieben: «Zum Glück gab’s Zwingli». (no)