Corona bedroht indigene Völker besonders

Die Corona-Pandemie stellt laut der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, eine besonders ernste Gefahr für Angehörige indigener Völker dar.


Die Ureinwohner lebten oft in abgeschiedenen Regionen mit schlechter Gesundheitsversorgung, Trinkwasserknappheit und mangelhaften sanitären Einrichtungen, sagte Michelle Bachelet am 7. August in Genf. Ihre Kultur des engen gemeinschaftlichen Lebens begünstige die Ausbreitung von Corona, erklärte sie vor dem Internationalen Tag der Indigenen Völker am 9. August. Zudem hätten isoliert lebende Menschen oft einen schwachen Immunschutz und seien anfälliger für Viruserkrankungen wie Covid-19.

Zerstörung des Lebensraums schreitet fort

In Nord-, Mittel- und Südamerika seien bereits mehr als 70’000 Angehörige indigener Völker an Covid-19 erkrankt, hielt die frühere Präsidentin Chiles fest. Darunter seien 23’000 Menschen im Amazonasgebiet. Bislang seien 1000 Ureinwohner gestorben. In Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam und Französisch-Guayana lebten Angehörige von mindestens 420 Urvölkern in Gebieten, in denen zusehends die Umwelt verschmutzt und zerstört würde.

Illegaler Bergbau, das Fällen von Bäumen und Brandrodungen schränkten die Lebenswelten der Ureinwohner immer weiter ein. Diese Aktivitäten seien vielfach trotz der Corona-Pandemie fortgeführt worden. Auch sei Missionierung in den Gebieten trotz Corona fortgesetzt worden, was auch eine gesundheitliche Gefahr für Ureinwohner darstelle. (epd)