Abstimmung

Christliche Koalition gegen neue Atomkraftwerke

Die ökumenische Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» unterstützt das Referendum gegen den indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)». Neue Atomkraftwerke seien keine wirksame Antwort auf die Klimakrise.

Rund zehn Jahre nach dem Atomausstieg hat sich der Nationalrat vor rund einem Monat dafür ausgesprochen, das Neubauverbot für AKW aufzuheben. Er stimmte dem indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» zu. Dagegen hat ein breites Bündnis aus SP, Grünen, Grünliberalen (GLP) und Umweltorganisationen das Referendum ergriffen.

Auch die ökumenische Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» unterstützt das Referendum. In einer Mitteilung kritisiert sie den Entscheid des Parlaments mit deutlichen Worten. Die Schweizer Stimmbevölkerung habe sich in den vergangenen Jahren mehrfach klar für den Atomausstieg sowie für den Ausbau erneuerbarer Energien ausgesprochen. Der Gegenvorschlag stelle diesen demokratisch legitimierten Kurs infrage, argumentiert die Koalition.

Neue Atomkraftwerke leisteten zudem keinen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz. Uranabbau, Brennstoffaufbereitung, Bau und Rückbau sowie lange Planungs- und Bauzeiten verschlechterten die Klimabilanz erheblich, heisst es. Stattdessen fordert die Koalition den raschen Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz und ein dezentrales Energiesystem.

Kritisch beurteilt die Koalition zudem die ungelöste Endlagerung radioaktiver Abfälle, die hohen Kosten neuer Atomkraftwerke und die Umwelt- und Gesundheitsbelastung in den Förderregionen. Aus christlicher Sicht seien neue Atomkraftwerke deshalb nicht mit Klima-, Generationen- und sozialer Gerechtigkeit vereinbar, heisst es weiter.

Das Referendum gegen den indirekten Gegenvorschlag kann noch bis zum 8. Oktober 2026 mit Unterschriften unterstützt werden. Zur Abstimmung kommt die Vorlage frühestens im Februar 2027.

Zur Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» gehören unter anderem die Organisationen Heks, Fastenaktion, oeku – Kirchen für die Umwelt, femmes protestantes sowie der Frauenbund Schweiz. (no)

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