Index zu Christenverfolgung
Mehr Gewalt gegen Christen in Syrien
Die Lage der Christinnen und Christen in Syrien hat sich nach Angaben der Hilfsorganisation «Open Doors» massiv verschlechtert. Nach dem politischen Umbruch im Dezember 2024 hätten sich die Hoffnungen auf mehr Sicherheit nicht erfüllt, erklärte das missionarisch ausgerichtete Hilfswerk zur Vorstellung seines jährlich aktualisierten Weltverfolgungsindex. Mindestens 27 Christen seien im Berichtszeitraum vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 wegen ihres Glaubens in Syrien getötet worden.
Syrische Christinnen und Christen berichteten von Einschüchterung im Alltag, Lautsprecherwagen riefen sie öffentlich zur Konversion auf, an Kirchen geklebte Zettel verlangten die Zahlung einer Kopfsteuer, hiess es weiter. Viele Gläubige würden sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen.
Heute lebten nur noch rund 300'000 Christen in Syrien, so «Open Doors» weiter. Hunderttausende hätten das Land in den vergangenen Jahren verlassen. Das liegt auch im Rahmen anderer Schätzungen. Wegen des massiven Anstiegs der Gewalt verzeichne Syrien auf dem Index 2026 die stärkste Verschlechterung aller Länder. Eine ähnliche Entwicklung sei im Irak zu beobachten – der Nahe Osten blute durch anhaltende Christenverfolgung zunehmend aus.
Seit rund 30 Jahren veröffentlicht «Open Doors» seine Negativ-Rangliste von 50 Ländern, in denen Christinnen und Christen am stärksten Verfolgung und Diskriminierung wegen ihres Glaubens ausgesetzt sind. Die schlimmste Verfolgung herrscht laut Jahres-Index 2026 weiter in Nordkorea. Auf den Plätzen zwei bis zehn folgen Somalia, Jemen, Sudan, Eritrea, Syrien, Nigeria, Pakistan, Libyen und der Iran.
Insgesamt seien rund 388 Millionen Gläubige einem hohen bis extremen Mass an Verfolgung ausgesetzt, laut «Open Doors» ein «neuer Höchststand». Im Index 2025 zählten die Autoren für das Vorjahr 380 Millionen verfolgte Christen weltweit, ein Jahr zuvor waren es 365 Millionen. (epd/ gab)