Christen fordern mehr Rechte für Häftlings-Kinder in der Schweiz

Zum Menschenrechtstag lanciert die «Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter» eine Petition. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren müsse Kinder von Inhaftierten besser schützen.


Mit einer Petition will die «Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter» (ACAT) die Rechte von Kindern mit Eltern in Haft fördern. Die Petition richtet sich an die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen (KKJPD). Gemäss den Vereinten Nationen hätten Kinder das Recht, mit beiden Eltern in Kontakt zu bleiben, solange es ihnen nicht schade, schreibt ACAT in der Petition.

Schweiz braucht einheitliche Praxis

In der Schweiz gibt es gemäss ACAT-Dossier rund 9000 Kinder, die getrennt von ihren inhaftierten Vätern oder Müttern lebten. Die Organisation beruft sich auf Zahlen des Bundesamtes für Justiz. Diese Kinder seien Mit-Opfer einer Straftat, mit der sie nichts zu tun hätten. Oft litten sie unter Traumata und weiteren psychischen oder körperlichen Problemen.

In der Schweiz gäbe es zwar positive Beispiele von Projekten, die sich um die Rechte und den Schutz dieser Kinder kümmern. ACAT hebt dabei die Wichtigkeit des zivilgesellschaftliche Engagements hervor. Die Organisation bemängelt jedoch fehlende Richtlinien. In den Kantonen bestünde keine einheitliche Praxis.

Positive Auswirkung auf Gesellschaft

In der Petition fordert ACAT, dass die Konferenz sich nach den Empfehlungen des Europarates richte, welche dieser im April 2018 verabschiedet hat. Der Kontakt zwischen Kind und inhaftiertem Elternteil wirke sich auf beide positiv aus. Dies wäre auch gut für die Gefängnisumgebung und letztlich für die Gesellschaft.

ACAT fordert deshalb eine umfassende Studie zur Situation von Kindern inhaftierter Eltern in der Schweiz und zu vorhandenen Unterstützungsangeboten. Die KKJPD solle die Empfehlungen des Europarates bei zuständigen Behörden und Institutionen verbreiten.

Auch den Betroffenen müssten die Informationen über Rechte und Angebote zugänglich gemacht werden. Um die Kindsrechte zu schützen und eine persönliche Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu gewährleisten, soll die Konferenz ausserdem die nötigen Mittel zur Verfügung stellen. (pd)