«Kirche muss Menschenfischerin in der Not sein»

In einem gemeinsamen Schreiben nehmen der Schweizerische Evangelische Kirchenbund, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Schweizer Bischofkonferenz Stellung zum internationalen Menschenrechtstag am 10. Dezember.


In ihrem Schreiben richten sich die drei Landeskirchen direkt an die Gemeinden und Gläubigen: Zum Menschenrechtstag 2017 wolle man an die Menschen in Not erinnern, die «unter widrigsten Umständen um ihr Leben kämpfen und aus dem Boot zu fallen und zu ertrinken drohen.» Mit jedem einzelnen Glied, das leide, leide die ganze Gemeinde. Die Kirche habe daher die Pflicht, «Menschenfischerin zu sein dort, wo Menschen zu ertrinken drohen in den Meeren aus Not, Elend und Verzweiflung.»

Sorge über Flüchtlingspolitik

In ihrem traditionellen Schreiben zum Menschenrechtstag äussern sich die drei Kirchen besorgt über die Veränderungen der humanitären Flüchtlingspolitik in Europa. In dieser drücke sich die «Überforderung vieler Bürgerinnen und Bürger aus, die sich von der Politik zu wenig beachtet und ausgebootet fühlten.» Der Brief ist von Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, und dem christkatholischen Bischof Harald Rein unterzeichnet.

Petition an Bundesrätin Sommaruga

Neben dem Begleitschreiben publizierten die drei Kirchen eine Verlautbarung mit Anregungen zum Gottesdienst. Darin fragen sie, ob Menschlichkeit allein dem Völkerrecht und den Menschenrechten überlassen werden dürfe. «Die Geschwisterlichkeit der Christinnen und Christen endet nicht dort, wo das Recht an seine Grenzen stösst», heisst es in dem Text. Dem Schreiben beigefügt sind zudem das Dossier «Folter und Migration» der christlichen Menschenrechtsorganisation «Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter» (ACAT Schweiz) sowie eine ACAT-Petition zum besseren Schutz  der Opfer von Folter an Bundesrätin Simonetta Sommaruga. (no)