Chat-Beratungen bei der Dargebotenen Hand gefragter denn je

Knapp 1500 Online-Beratungen führte die Dargebotene Hand Zürich im vergangenen Jahr. Viele Gespräche drehten sich um Alltagsprobleme, psychische Leiden und Suizid. Auch das Telefon klingelte öfter als im Vorjahr.


Für die freiwilligen Mitarbeitenden der Dargebotenen Hand Zürich gab es 2019 viel Arbeit. Durchschnittlich alle elf Minuten klingelte im vergangenen Jahr das Telefon, wie es in einer Mitteilung vom 13. Mai heisst. Dabei seien insgesamt rund 32’000 Gespräche zustande gekommen – 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Einen noch deutlicheren Zuwachs verzeichnete die Organisation bei den Online-Beratungen. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr gar um 39 Prozent. Dazu beigetragen hätten unter anderem längere Kontaktzeiten und somit eine bessere Verfügbarkeit des Angebots, schreibt die Organisation. Insgesamt bearbeiteten die Mitarbeitenden knapp 1500 Chat-Anfragen.

Heikle Themen im Chat

Auffallend sei, dass in der Online-Beratung oft heiklere Themen angesprochen würden als bei der telefonischen Beratung. So sei das Thema Suizidalität mit rund 7 Prozent in den Chats stärker vertreten als am Telefon (2 Prozent). Zudem gebe es einen Unterschied bei der Altersstruktur. Während ein grosser Teil der Anrufenden mittleren und höheren Alters ist, wird der Chat insbesondere von jungen Erwachsenen und Jugendlichen benutzt.

Die Dargebotene Hand verfügt in Zürich über rund 110 freiwillige Mitarbeitende. Massgeblich unterstützt wird der Verein von den Zürcher Landeskirchen.

Mehr Anrufe von Männern

Von einer ähnlichen Entwicklung berichtete bereits Mitte März der schweizweite Dachverband Dargebotene Hand. Aufgrund des Online-Ausbaus habe 2019 die Zahl der Kontakte per Chat und E-mail in den zwölf Regionalstellen um 35 Prozent zugenommen, heisst es in einer Mitteilung. Insgesamt seien rund 9’300 Beratungen zustande gekommen.

Auch bei den telefonischen Beratungen legte die Dargebotene Hand zu. So seien 2019 über 181’500 Gespräche mit Ratsuchenden geführt worden. Dies entspreche einem Zuwachs von rund 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Psychische Leiden, Alltagsprobleme und Einsamkeit seien dabei die häufigsten Themen gewesen. Zudem meldeten sich deutlich mehr Männer beim Sorgentelefon: Insgesamt griffen 62’000 männliche Hilfesuchende zum Hörer – 13 Prozent mehr als 2018. (no)