Bund verlängert Partnerschaft mit christlichen Jugendverbänden

Fast zwei Jahre nach dem Ausschluss diverser religiös geprägter Jugendorganisationen aus dem Jugend+Sport-Programm des Bundes zeichnet sich eine langfristige Lösung ab.


Im Frühjahr 2017 kündigte das Bundesamt für Sport die J+S-Ausbildungsvereinbarungen mit neun Jugendverbänden, weil diese Organisationen primär missionarisch tätig seien. Betroffen vom Ausschluss waren vor allem Jungscharen von Freikirchen wie Chrischona, Freie Evangelische Gemeinde oder Bewegung Plus. Ausgeschlossen wurden aber auch mehrere Dutzend Jungscharen, die im Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ) organisiert sind.

Grund für die Praxisänderung waren Urteile des Bundesverwaltungsgerichts. Dieses hatte wiederholt entschieden, dass stark religiöse Jugendorganisationen von der Unterstützung durch das Kinder- und Jugendförderungsgesetz auszuschliessen seien.

Unbefristete Lösung in Aussicht

Den 223 Jungscharen der betroffenen Verbände drohte das Aus. Schliesslich konnte aber eine befristete Lösung gefunden werden. Über eine Partnerschaftsvereinbarung wurde die neu gegründete nationale Dachorganisation «Ausbildung plus» mit der Aus- und Weiterbildung von J+S-Leiterinnen und -leitern betraut. Die vom Ausschluss betroffenen christlichen Jungscharen können seither als Vereine dieser Dachorganisation beitreten und weiterhin von J+S-Geldern profitieren. Die Vereinsstruktur soll unter anderem verhindern, dass Jugendverbände weiterhin missionarisch tätig sind.

Dieser Partnerschaftsvertrag ist kürzlich um ein Jahr bis Ende 2019 verlängert worden, wie es in einer Mitteilung der Schweizerischen Evangelischen Allianz vom 5. Februar heisst. Danach soll es eine unbefristete Lösung geben.

BESJ will kirchennah bleiben

Weiterhin kein Mitglied der Dachorganisation ist der Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen. Dort stösst man sich insbesondere daran, dass die Jungscharen unabhängige Vereine bilden müssten, um dem Dachverband beizutreten. Die Jungscharen des BESJ seien eng mit ihren jeweiligen Ortskirchen verbunden. Dies wolle man auch in Zukunft so beibehalten, heisst es auf Anfrage von ref.ch.

Dem Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen sind nach eigenen Angaben rund 300 Gemeinden – freikirchlich oder landeskirchlich – mit rund 700 lokalen Gruppen angeschlossen. (sda/no)