In einem konstruktiven Dialog hätten Vertreter von Bund, Jugendorganisationen und des Eidgenössischen Parlaments für die betroffenen Jungscharen einen Lösungsweg finden können, sagte Christoph Lauener, Leiter Kommunikation des Bundesamts für Sport (Baspo), auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Laut Lauener können sich die Jungscharen bis Ende Jahr in Vereine umorganisieren. Das sei die Bedingung, um weiterhin bei Jugend und Sport (J+S) teilzunehmen.
Verantwortung bei Jugendverbänden
Die Vereinsform sei wichtig, weil es einen klaren Rahmen gebe, wenn es beispielsweise um Verantwortlichkeiten bei Unfällen oder bei Auszahlungen der Subventionen gehe, sagte er. Zudem werde das Baspo über eine Partnerschaftsvereinbarung eine neu zu gründende nationale Dachorganisation mit der Aus- und Weiterbildung von J+S-Leiterinnen und -leiter betrauen. Die Verantwortung für die Gründung einer möglichen Dachorganisation liege aber bei den Jugendverbänden.
Die vom Ausschluss betroffenen christlichen Jungscharen können als Vereine dieser Dachorganisation beitreten. Falls es gelinge, die Organisation zu gründen, könne sie auf die Unterstützung des Baspo als Partner in der J+S-Kaderbildung und auf Finanzhilfen zählen, sagte Lauener weiter.
Kritik durch Kirchenbund
Das Baspo hatte am 21. März die J+S-Ausbildungsvereinbarungen mit neun Jugendverbänden gekündigt, weil diese Organisationen primär missionarisch tätig sind. Den 223 Jungscharen dieser Verbände hatte sie angekündigt, dass sie ab 2018 nicht mehr durch J+S unterstützt würden. Das Baspo hat bisher die Lager dieser Jungscharen subventioniert und den Jugendverbänden erlaubt, die J+S-Leiter dieser Jungscharen selber auszubilden.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund hatte den Entscheid des Bundes in einer Vernehmlassungsantwort kritisiert. Wenn Jugendliche, die sich zum Glauben bekennen, von J+S-Angeboten ausgeschlossen würden, bedeute dies eine Verletzung der Religionsfreiheit, argumentierte der Kirchenbund. (no/sda)