Bündner Reformierte präsentieren Verfassungsentwurf

Der Kirchenrat hat für die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden eine neue Verfassung vorgestellt. Mehr regionale Zusammenarbeit, ein breiteres kirchliches Angebot und mehr Mitbestimmung sind die Eckwerte.


Die neue Verfassung halte an Bewährtem fest und schaffe gleichzeitig Gestaltungsspielraum für Neues, heisst es in einer Medienmitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche Graubünden vom 20. September. Eine der wichtigsten Neuerungen sei, dass die Kirchgemeinden in Zukunft vermehrt zusammenarbeiten sollen. Viele der heutigen Kirchgemeinden seien zu klein, als dass sie ein vielfältiges Angebot mit eigenen finanziellen und personellen Mitteln leisten könnten.

Weiter sei in der neuen Verfassung unbestritten, dass die Evangelisch-reformierte Landeskirche in ihrem Selbstverständnis Volkskirche bleiben will, auch wenn die Mitgliederzahlen zurückgehen. «Die neue Verfassung bietet hierfür grosses Potential», sagte Cornelia Camichel Bromeis, Dekanin der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden, laut Mitteilung. Sie könne sich vorstellen, dass zusätzlich zu den bestehenden Kirchen neue Räume der Stille entstehen, dort wo Menschen im Alltag anzutreffen sind – am Bahnhof, in den Einkaufszentren, bei Autobahnraststätten.

Auf gesellschaftliche Strömungen reagieren

Kirchenratspräsident Andreas Thöny hält es für wichtig, dass die Landeskirche den gesellschaftlichen Begebenheiten und Strömungen gegenüber offen ist und dass sie sich immer wieder kritisch hinterfrage. Die Revision der Verfassung sei drum nötig. Sie schaffe optimalen Handlungsspielraum für die Mitglieder, die Kirchgemeinden und die Landeskirche.

Abstimmung im Jahr 2018

Hinter dem Verfassungsentwurf des Kirchenrates steht laut Mitteilung eine breit abgestützte 16-köpfige Verfassungskommission. Der Entwurf sei von Vertretern der Kirchgemeinden in den Kolloquien in einer überarbeiteten Version auch von der Synode gutgeheissen worden.

Am 8. November werde der Evangelische Grosse Rat, das Kirchenparlament, über die Vorlage beraten. Das letzte Wort werden die evangelischen Bündner Stimmberechtigten an der Urne haben – voraussichtlich im Juni 2018. (bat)