Bündner Reformierte debattieren über Kirchenregionen

Die neue Verfassung der Bündner Landeskirche ist im vergangenen Jahr vom Stimmvolk mit klarem Mehr angenommen worden. Uneinig ist man sich aber noch über den Zeitplan der Umsetzung.


Ein breiteres kirchliches Angebot und mehr regionale Zusammenarbeit zwischen den Kirchgemeinden: Dies ist die Idee der Kirchenregionen, die im vergangenen Jahr vom Bündner Stimmvolk als Teil der neuen Verfassung gutgeheissen wurde. Dass bei der Umsetzung noch Diskussionsbedarf besteht, zeigte sich nun in der Sitzung des Bündner Kirchenparlaments vom 5. Juni.

Zu reden gab insbesondere der Zeitplan des Kirchenrates. Dieser sieht vor, dass die neuen Regionen ihre Tätigkeit per 1. Januar 2021 aufnehmen sollen. Dies gehe zu schnell, der Kirchenrat solle das Tempo bei der Umsetzung drosseln, war von Seiten der Geschäftsprüfungskommission zu hören. Andere Delegierte äusserten die Befürchtung, die Regionen könnten zu stark in die Autonomie der Kirchgemeinden eingreifen.

Demgegenüber hielt Kirchenratspräsident Andreas Thöny am Zeitplan fest. Ein Aufschub bringe nichts, sondern erzeuge nur mehr Druck zu einem späteren Zeitpunkt, sagte Thöny gemäss einer Mitteilung der Bündner Landeskirche. In der Herbstsitzung soll das Thema nun erneut auf die Traktandenliste kommen.

Unbestritten war hingegen die Jahresrechnung. Demnach erzielte die Landeskirche einen kleinen Gewinn von rund 3000 Franken. Zu dem guten Ergebnis führten unter anderem leicht höhere Steuereinnahmen sowie Einsparungen bei der Renovation von kirchlichen Bauten. (no)