Synode

Berner Reformierte müssen den Gürtel enger schnallen

Den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn droht ab 2027 ein Bilanzfehlbetrag. Aus diesem Grund hat die Synode nun ein Sparprogramm im Umfang von drei Millionen Franken verabschiedet. Die Wahl um den freigewordenen Sitz im Synodalrat wurde dagegen vertagt.

Auch für den Zeitraum 2022 bis 2025 können die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (RefBeJuSo) nicht mit einem ausgeglichenen Haushalt rechnen. Das geht aus dem Finanzplan hervor, der an der virtuell abgehaltenen Synode vom 17. November debattiert wurde. Demnach fallen sämtliche Rechnungsergebnisse negativ aus, obwohl grundsätzlich keine neuen Aufgaben geplant sind. Auch die Selbstfinanzierung ist negativ, was bedeutet, dass die Landeskirche auf ihre Reserven zurückgreifen muss.

Ähnliche Prognosen hatte der Synodalrat schon für die Planungsperiode 2021 bis 2024 angestellt. Nun kamen insbesondere mit der Corona-Pandemie weitere Faktoren hinzu, die den Haushalt belasten. «Ohne einschneidende Massnahmen in der Aufgabenplanung wird spätestens 2027 ein Bilanzfehlbetrag resultieren», heisst es darum im Finanzplan. Dies würde bedeuten, dass die laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht mehr gedeckt werden könnten.

Deshalb hat die Synode nun reagiert. So genehmigte sie das Budget 2021 mit einem Minus von 2'258'600 Franken und zusätzlichen Einsparungen in der Höhe von rund 1'250'000 Franken. Nach einem Antrag der Finanzkommission wird unter anderem bei den Löhnen des Verwaltungspersonals und der Pfarrschaft angesetzt. Hier ist entweder gar kein Lohnanstieg oder nur noch einer um eine Gehaltsstufe vorgesehen. Insgesamt will die Kirche über die nächsten vier Jahre drei Millionen Franken einsparen.

Wahl vertagt

Neben den Finanzgeschäften stand auf der Traktandenliste der virtuellen Synode auch die Wahl eines neuen Mitglieds für den Synodalrat. Dies nachdem Judith Pörksen Roder im August zur Präsidentin gewählt worden war.

Die Gruppe Offene Synode (GOS) hatte für den Sitz ihre Fraktionspräsidentin Heidi Federici Danz aufgestellt. Die Versammlung stimmte jedoch einem Ordnungsantrag der Liberalen Fraktion zu, die Wahl auf Sommer 2021 zu verschieben – mit der Begründung, das Einerticket sei «undemokratisch».

Nicht nachvollziehen können das die GOS und die Kandidatin selbst. In den zehn Jahren, in denen sie dabei ist, habe noch keine Fraktion ein Zweierticket für einen einzigen Synodalratssitz aufgestellt, sagt Federici Danz gegenüber ref.ch. Ebensowenig sei von einer Fraktion eine solche Auswahl gefordert worden. Zumal der Anspruch der GOS auf den Sitz im Vorfeld unbestritten war: Seit dem altersbedingten Rücktritt von Pia Grossholz vor zwei Jahren ist die Fraktion nicht mehr im Synodalrat vertreten – ein Bruch des geltenden Konsenses, dass alle Fraktionen ein Mitglied in die Exekutive entsenden können. Dies lasse sie an der offiziellen Begründung der Liberalen zweifeln, sagt Federici Danz. «Was das für unsere Mitarbeit in der Synode und auch für mich persönlich bedeutet, müssen wir jetzt analysieren.»

Claudia Hubacher tritt zurück

Damit werden an der kommenden Sommersynode zwei Sitze im Synodalrat zu vergeben sein: Der vakante von Judith Pörksen Roder und derjenige von Claudia Hubacher, welche laut Mitteilung in einem Jahr das Pensionsalter erreicht und ihren Rücktritt per Ende August 2021 ankündigte.

Keine Überraschungen gab es dagegen bei der Wahl des Synodepräsidiums. So wurden Christian Cappis von der Unabhängigen Fraktion zum Präsidenten und Sophie Kauz von der GOS zur Vizepräsidentin gewählt. (vbu)