Bedford-Strohm übt Kritik an EU-Asylplänen
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm kritisiert die EU-Pläne für Asylverfahren an den Aussengrenzen. Bisher habe man mit entsprechenden Lagern Erfahrungen gemacht, die nicht mit der Menschenwürde vereinbar sind. «Deswegen kann ich nicht akzeptieren, was man da im Moment vorhat», sagte Bedford-Strohm im Deutschlandfunk. Bedford-Strohm war bis letztes Jahr Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und leitet zurzeit den Zentralausschuss des Weltkirchenrats (ÖRK).
Er verstehe das Bemühen der deutschen Politik, zu einer europaweiten Regelung zu kommen. Auch müsse es «die Möglichkeit geben, Menschen zurückzuführen, deren Asylantrag nicht anerkannt worden ist». «Aber auf menschenwürdige Weise», fügte er hinzu.
Die Asylrechtsreform ist Thema bei einem EU-Innenministertreffen am Donnerstag in Luxemburg. Die EU-Kommission hatte 2020 einen Vorschlag für Veränderungen vorgelegt. Im April erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Deutschland werde sich dafür einsetzen, Asylverfahren bereits an der Aussengrenze durchzuführen.
Faeser hat wegen der Beratungen ihre Teilnahme beim 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag abgesagt, der am Abend in Nürnberg beginnt.
Etwa 100'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden an den fünf Veranstaltungstagen zu Bibelarbeiten, Gottesdiensten, Diskussionsveranstaltungen, Workshops und kulturellen Angeboten
erwartet. Bei dem Treffen wird auch über drängende politische Themen
wie die Klimakrise, den Krieg in der Ukraine und die weltweiten
Fluchtbewegungen debattiert. (epd/ pef)