Frauenmehrheit in Basler Kirchenexekutive
Anita Vögtlin heisst die neue Kirchenrätin in Basel. Die Synode hat Vögtlin als Nachfolgerin für Hans-Jörg Kundert gewählt, der im Sommer aus Altersgründen aus der Exekutive ausgetreten ist. Vögtlin arbeitet als Sozialdiakonin in der Kirchgemeinde Basel-West, wie es in einer Mitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt heisst. Mit ihrer Wahl sind neu fünf Frauen und vier Männer im Kirchenrat.
Zu reden gegeben hat an der Versammlung unter anderem eine geplante Revision der Kirchenverfassung. Diese sieht vor, dass Basler Reformierte neu nicht mehr an ihrem Wohnort Gemeindemitglied sein müssen, sondern die Kirchgemeinde frei wählen dürfen (durch Willenserklärung).
Die revidierte Verfassung kommt am 30. April 2023 an die Urne, die Stimmbevölkerung muss mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen, bevor die Verfassung in Kraft tritt. Die neue Verfassung sieht zudem vor, dass die Synode stark verkleinert wird. Geplant ist eine Halbierung von bisher 80 auf neu 40 Synodale.
Unbestritten gewesen ist dagegen das Budget, es sieht einen Verlust von über einer Million Franken vor. Die Synodalen haben in der Debatte auch den Rotstift angesetzt: Sie waren gegen eine Erhöhung von Geldern für die Stadtkirchenarbeit am Basler Münster. Dazu gehören zum Beispiel Andachten und Veranstaltungen für Touristen. Das Münster hätten neu rund 280'000 Franken statt bisher rund 195'000 Franken erhalten sollen, nun muss es die zusätzlich nötigen Gelder bei Dritten eintreiben. (jow)